Die Deutsche Bahn …
Am Montag sind meine Frau und ich mit der Eisenbahn von Innsbruck nach Berlin (Umstieg in München) gefahren: zu einem sehr erfreulichen familiären Ereignis übrigens. Heute fahren wir zurück – in einem Direktzug Berlin-Innsbruck.
Ich habe an die DB sehr schlechte Erinnerungen. Einmal ist sie mir in Berlin vor der Nase weggefahren: da war ich mit der Nase fast am Boden, weil ich als gehbehinderter Mensch mit einem schweren Koffer hingefallen bin. (Ich musste den gesamten Zug entlang keuchen, weil der Zug umgekehrt aufgestellt eingefahren war.) 3 Bahnangestellte haben mich sicher gesehen; keiner hat mir geholfen. Meine Frau hat die 3 Angestellten noch auf mich aufmerksam gemacht: wir hatten 2 reservierte Sitzplätze. Keine Chance. Türen zu: Zug fährt ab. Ich hatte buchstäblich das Nachsehen.
Meldungen über Meldungen von den schlechten Zuständen der DB haben meine Eindrücke bestätigt und festgehalten. Wie habe ich bei zahllosen Bahnfahrten seither das im Verhältnis sehr gute Klima bei den ÖBB immer wieder geschätzt. Und ich habe mich vor meinem neuen DB-Erlebnis regelrecht gefürchtet.
… erweist sich als sehr verbessert
Scbon die Hinfahrt Innsbruck-München-Berlin erwies sich als recht problemlos. Zwar fanden wir in München den Waggon 21 nicht und ein junger Mann in DB-Jacke meinte, dann können wir überall sitzen – aber wir sind selbst noch drauf gekommen, dass der Zug am richtigen Bahnsteig der falsche war – weil zu früh und ein Zug nach Hamburg über Berlin. Im richtigen Zug, der danach aufgestellt wurde, fanden wir unsere Plätze schnell.
Die Fahrt nach Berlin war beinahe pünktlich; der Zugbegleiter gab vor Erfurt durch, dass wir eine kleine Verspätung aufgeholt hatten. Die Ankunft in Berlin war völlig pünktlich; das Personal im Zug war bemüht, freundlich und informativ, aber nicht lästig. Was will man mehr?
Auf der Rückfahrt bekamen wir kurz vor Leipzig eine Meldung durchgesagt: wir sollen nicht irritiert sein, wir seien 4 Minuten zu früh. Auch danach war alles in bester Ordnung: wir waren störungsfrei und pünktlich unterwegs. Ich habe dann einem jungen Schaffner – äh: „Zugbegleiter“ – eine Vorversion dieses Loblieds noch „gesungen“, er hat das mit Aufmerksamkeit und offensichtlichem Vergnügen angenommen.
Eine Vorzeigestrecke?
Freunde in Berlin zeigten sich nicht allzu verwundert. München-Berlin sei doch eine Art Vorzeigestrecke geworden. Naja: dann ist es in einem ersten Schritt gelungen, das Niveau wenigstens auf der Vorzeigstrecke deutlich zu heben. Das kann und muss dann auf andere Strecken und anderes Personal noch „durchdiffundieren“. Weitere Schritte folgen hoffentlich.
Die DB scheint auf einem sehr guten Weg zu sein. Der neuen Bahnmanagerin Evelyn Palla ist es offenbar gelungen, eine Art turn around einzuleiten. Die Mitarbeiter:innen zeigen sich engagiert, motiviert und freundlich: so stelle ich mir die Bahn vor.
Dem sollte eine verstärkte Nachfrage entsprechen. Im Waggon von Berlin nach Innsbruck waren viele Plätze frei. Da wären sich noch mehr Fahrgäste locker ausgegangen. Aber auch da muss der neue Ruf der DB halt erst zu den Kund:innen durchdiffundieren. Das wird schon, hoffe ich. Eine gute DB hätte eine wichtige politische Rolle im Klimawandel zu spielen.
Die DB sucht übrigens Feedback. Ein quasi-anonymes ohne Registrierung etc. ist unter kundenfeedback.railmate.deutschebahn.com/ möglich. Die DB stellt da 2 Fragen:
– Was hat Ihnen gefallen?
– Was können wir besser machen?
Ich habe diesen Artikel hier im Antwort-Feld für die erste Frage verlinkt.
Wenn man will, kann man mit Namen und / oder Mail-Adresse unterzeichnen; ich hab das nicht gemacht.

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