… als bisher angenommen
Der Standard berichtet heute, dass Fachleute an der Universität Wageningen (NL) aufgrund einer Metaanalyse (einer Analyse zahlreicher Forschungsarbeiten) zum Schluss gekommen sind,
dass der Meeresspiegel an vielen Küsten systematisch unterschätzt wurde – und zwar in rund 90 Prozent der fast 400 untersuchten Studien.
Grund: offenbar wurde in sehr vielen Fällen ein vereinfachtes Modell des Planeten zu Grunde gelegt, von vielen „Nebeneffekten“ („etwa Strömungen, Wind und Wettereinflüsse“) wurde abgesehen, weil das Rechenmodell da deutlich leichter – aber halt auch weniger realistisch – war.
Im Schnitt ergebe das einen …
um knapp 30 Zentimeter höherer Pegel
Und:
Besonders groß sind die Differenzen im Globalen Süden,
Ja, warum denn das?
wo es an Messdaten mangelt
Tja: wir müssen also schon früher mit riesigen Überschwemmungen aufgrund des Klimawandels rechnen. Oder: das erklärt, warum viele für später vorausgesagte Überschwemmungen jetzt schon eintreten.
Was macht das mit den Prognosen?
Ich bin mir nicht so sicher, ob es stimmt, aber der Standard behauptet:
Prognosen des Meeresspiegelanstiegs bleiben davon unangetastet, da hier ein relativer Anstieg angegeben wird. Pro Jahrzehnt steigt der Pegel derzeit um durchschnittlich vier Zentimeter. Der Weltklimarat IPCC rechnet bis zum Jahr 2100 in einem Szenario mit weiterhin hohen CO₂-Emissionen mit einem mittleren Anstieg um gut 70 Zentimeter, bedingt durch das Schmelzen von Gletschern und der Ausdehnung der Ozeane bei höherer Temperatur.
Ja, das mag schon sein. Aber ein „mittlerer Anstieg um gut 70 Zentimeter“ ist halt noch einmal etwas „mehr“, wenn er von einem bereits höheren Pegelstand ausgeht.
Das Wasser steht uns bis zum Hals
Nein, noch nicht allen und noch nicht jetzt. Aber der Menschheit insgesamt wird das Wasser bald bis zum Hals stehen. Wir können das errechnen, und wenn wir uns verrechnen, kann das auch zu „günstigeren“, nicht so dramatischen Ergebnissen führen.
Ja, auch das ist Klimawandel; der menschengemachte. Wir wüssten alle, was zu tun ist (und jammern über leichte Preissteigerungen bei fossilen Brennstoffen).

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