Der Justizrats-Vorsitzende ist entsetzt
Im Iran gelten für Frauen an sich strenge Kleidungsregeln. Die beginnen damit, dass die Kopfhaare unter einem Schleier, einem Kopftuch verborgen sein sollten.
Aber viele Frauen halten sich nicht daran. Und das führt zu ernsten Differenzen, berichtet die „Presse“:
Der Vorsitzende des obersten Justizrats des Iran gibt sich entsetzt über „gesellschaftliche Anomalien“ und will, wenn nötig, „polizeilich, nachrichtendienstlich“ gegen Frauen ohne Kopftuch vorgehen.
Ernst sind die Differenzen, weil sie für Frauen ohne Kopftuch gravierende Folgen haben können. Wer in Polizeihaft gerät, kann auch gefoltert werden und dort auch umkommen: es gibt bezeichnende Beispiele dafür: Mahsa Amini ist das vermutlich das bekannteste.
Die Idee dahinter
Die Idee hinter dem Kopftuch-Gebot ist nicht leicht verständlich. Für den iranischen Justizrat (und eine islamische Tradition) ist die Verweigerung eines Kopftuchs offenbar (eine Form von) „Nacktheit“. Und „Nacktheit“ von Frauen stört männliche Wahrnehmung: Männer werden abgelenkt, im Gebet unterbrochen, bei der Arbeit gestört. Männer sind da – im wahrsten Sinn des Wortes – „getrieben“, dem sexuellen „Trieb“ unterworfen.
Das wäre bei uns nicht viel anders. Manche unserer feministischen Protestgruppen nützen das auch aus und treten bei ihren Aktionen „nackt“ auf – weil das auch bei uns provoziert.
Aber um wie viele Jahrhunderte ist eine Ideologie „hinten“ oder „jenseitig“, für die schon die Sichtbarkeit von Frauenhaaren Nacktheit ist? Und für wie dumm, unreflektiert und triebhaft hält die iranische Justiz, die iranische Theokratie die Männer bzw. den Mann an sich?
weg damit!
Es ist höchste Zeit, dass dieses Regime – und seine Nachahmer z.B. in Afghanistan – auf den Müllhaufen der Weltgeschichte kommen. Aber das kann nicht von außen kommen, nicht von den USA unter Trump 2.0.
Wir im sog. „Westen“ können da soziale Hilfestellungen geben; wir können wirtschaftlich unterstützen. Aber militärisch geht das nicht.
