Ein Bericht des Spiegel
Spiegel-Wissenschaftsredakteurin Susanne Götze berichtet, dass Nepal nach der Flutkatastrophe Entschädigungen von Ländern mit hohem CO2-Ausstoß einklagen will.
Die Adresse der Klage ist der „Loss and Damage Fund“ („FRLD“) bei der Weltbank, der 2022 auf der Weltklimakonferenz (COP27) prinzipiell beschlossen worden ist und auf der COP28 2023 „operationalisiert“ worden ist. Das Hauptproblem: Der Fonds hat zu wenig Geld; Industrieländer haben bis jetzt an die 700 Millionen Dollar eingezahlt; nun stellt sich der Bedarf als sehr viel höher dar. (Ist ja auch klar, dass man mit 700 Millionen nicht die Klimaschäden reparieren kann: nicht annähernd!)
Ich finde es verständlich und vernünftig, dass Nepal, das in Summe sehr wenig zu den CO2-Treibhausgasemissionen beiträgt, von den Ländern, die Hauptemittenten sind, Schadensersatz einklagt. Das wäre nur gerecht. Ich fände es auch wichtig, von „freiwilligen Einzahlungen“ beim „Loss and Damange Fund“ wegzukommen: das sollte ein fixer Anteil am BIP sein.
Es würde auch Politiker:innen animieren, mit ihrer Politik weniger zu den Emissionen beizutragen. Bisher hört man immer das „Argument“ der Kleinheit: „wir sind so klein, unser Beitrag nützt nichts“. Das ist ein „Argument“ der Kleingeistigkeit und der Kleinlichkeit.
Konjunktive
wäre, fände, sollte, würde: Leider finden solche Überlegungen zu (Welt-)Klima & (internationalem) Recht fast nur im Konjunktiv statt.
