UNO-Vollversammlung für eine neue Weltkarte
Gestern hat die UNO-Vollversammlung für die Verwendung einer neuen Projektion der Erdoberfläche auf Karten gestimmt. Mit großer Mehrheit (164 Stimmen dafür, nur eine Gegenstimme: aus den USA!; 6 Enthaltungen aus Estland, Georgien, Litauen, Moldavien, Serbien, Ukraine) wurde die sog. Equal-Earth-Karte zur allgemeinen Verwendung empfohlen. (Vorschreiben kann das die Versammlung nicht.)
Einzelne Staaten hatten Bedenken, nicht gegen die Karte bzw. die Projektionsmethode, sondern gegen die Darstellung umstrittener Grenzverläufe.
Die bisher sehr oft verwendete Mercator-Projektion stammt aus dem 16. Jahrhundert und stellt Flächen sehr ungleich dar: sie „verkleinert“ optisch Flächen in der Mitte und „vergrößert“ optisch Flächen am Rand, sodass z.B. Grönland fast gleich groß aussieht wie Afrika. Die Equal-Earth-Karte ist i.W. flächentreu, dargestellte Flächen sind also korrekt vergleichbar. Winkel- und richtungstreu ist sie nicht, das ist die Mercator-Projektion auch nicht wirklich und alles zusammen ist für eine ebene Darstellung einer Kugel sowieso nicht möglich.
Equal Earth
Das Equal-Earth-Projekt stellt verschiedene Projektionen zur Verfügung; sie unterscheiden sich nach der Lage des 0-Meridians und der Orientierung (Norden oder Süden „oben“) und der Sprache der Beschriftung. Hier die deutschsprachige Karte mit dem Greenwich-Meridian (0° Länge) in der Mitte und dem Norden (wie gewohnt) oben, Dateigröße für den Hausgebrauch etwas verkleinert:
Manchmal rentiert es sich, den gewohnten Blick zu adjustieren. Die Legenden links und rechts unten verzeichnen die „größten“ Länder der Erde (nach Fläche, links, bzw. nach der Zahl der Bürger:innen, rechts.)
Ich warte noch auf rein politische Karten in schwarz/weiß bzw. Graustufen.

