Ein Interview
Auf dem Web-Portal des deutschen Nachrichtensenders ntv.de wird aus einem Gespräch der deutschen Bild-Zeitung mit dem kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom zitiert. Und Newsom hat zum Schluss noch „eine gute Nachricht“.
(ntv arbeitet an sich recht seriös, scheint mir, gehört aber zur „RTL Group“ und die zum Medienkonzern Bertelsmann. Unter diesem Dach versammeln sich verschiedene, u.a. auch einige sehr unseriöse Medien. Die Bild-Zeitung gehört nicht zu Bertelsmann und ist m.E. überhaupt nicht seriös. Insofern muss man beim berichteten Interview vielleicht etwas vorsichtig sein.)
„geeint und standhaft“
Newsom meint da, die EU präsentiere sich derzeit „nicht geeint und standhaft“; ja, das sehe ich auch so; leider. Und Trump „verstehe nur Stärke“.
Newsom forderte das europäische Staatenbündnis zudem zu Einigkeit und Standhaftigkeit auf. „Sprecht mit einer gemeinsamen Stimme“, sagte der kalifornische Gouverneur. Sonst werde es in den nächsten Jahren immer mehr Fälle wie den in Grönland geben.
Ja, das sehe ich auch so und ich habe das auch schon oft eingemahnt. Und:
Wenn Staatenlenker ihm schmeicheln, wenn er einen Nobelpreis bekommt, wenn man ihm ‚Kronen‘ anbietet, ist das Schwäche.
Nicht die Schwäche von Trump 2.0! Das sei eine europäische Schwäche!
Ja, auch das sehe ich so. Man soll ihm nicht „schön tun“: man muss ihn konfrontieren.
„so sind wir nicht“
Trump vertrete …
… nicht die Mehrheit der Amerikaner“ […]
Seine Politik und seine Persönlichkeit würden immer unpopulärer. „Er ist eine Abrissbirne und kein Macher, und wir müssen stark dagegenhalten und aufhören, Spielchen zu spielen.“
„Das ist nicht, wer wir sind, die Vereinigten Staaten.“
Hier „zitiert“ Newsom quasi den österreichischen Bundespräsidenten Van der Bellen. Der hat anlässlich eines österreichischen Polit-Skandals auch schon gemeint: „So sind wir nicht“.
Die gute Nachricht
„Die gute Nachricht ist: Es ist nur temporär. In drei Jahren sind sie alle weg.“
Interessant, dass sich Newsom da so sicher ist; das stimmt optimistisch. Die rechtsextremen Ideologen – wie z.B. Bannon, vgl. „Der Putsch wird angekündigt“ vom 24.10.25 – gehen durchaus von mehreren Amtszeiten mit rechtsextremer Orientierung aus. Sie arbeiten jedenfalls darauf hin.
Im Gegensatz zu mir ist Newsom noch ein „Transatlatiker“, also ein Anhänger der NATO in ihrer jetzigen Konstruktion. Ich bin das nicht mehr; ich halte das für überholt. Wir brauchen militärische und ökonomische Eigenständigkeit in der EU bzw. in Europa.
Wir werden sehen. Und wir können nur für mehr Demokratie und Liberalität kämpfen, wo immer wir sind: in den USA, in Europa, in Österreich. „Global denken, lokal handeln“, auch hier.

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