michael bürkle

texte … zu bildung, politik und ähnlichem und die einladung zur diskussion …

Michael Bürkle

Petition gegen Böllerei

Ich habe unterschrieben …

aufstehn.at, eine Plattform für Bürger:innenbeteiligung, hat mir vor ein paar Tagen die Einladung zu einer Unterschrift unter eine Petition gegen die Silvester-Böllerei geschickt. Das ist an sich gut begründet:

Brände, Schwerverletzte und sogar Tote – die Silvester-Knallerei gerät immer wieder außer Kontrolle. Für Rettung und Feuerwehr ist es die arbeitsintensivste Nachtschicht des Jahres. Am Tag danach türmen sich Müllberge an jeder Ecke. Die Böllerei schadet Mensch, Tier und Umwelt. Und dennoch wird jährlich weiter geschossen. Dabei ist ein Großteil der österreichischen Bevölkerung für ein privates Böllerverbot. Deshalb fordern wir Innenminister Gerhard Karner auf, ein ortsunabhängiges Feuerwerksverbot [ab Kategorie F2] umzusetzen!

Ja, das stimmt alles. Es ist gefährlich für die Böllernden und vor allem ihre Hände, es erzeugt sehr viel nutzlosen Müll, es ist laut und für viele Tiere (aber auch Menschen) deshalb problematisch – und jeder vernünftige Mensch lässt darum die Finger davon, im wahrsten Sinn des Wortes. Außerdem ist es kindlich bzw. kindisch: diese Lust am Knallen. Eine Tiroler Mutter hat im Fernsehen gesagt, sie brauche „die Schießerei“ nicht, aber ihr Sohn freue sich darauf und deshalb kaufe sie das auch.

Ich habe heute unterschrieben und bin schon einer von ca. 130.000. Ich bin aufgefordert worden, meine Unterschrift im Freundeskreis weiterzutragen – und ich bin um Spenden gebeten worden.

aber …

Vernunft gegen Verbot

Aber mir wäre in dieser Sache eigentlich eine Lösung über V wie Vernunft lieber als eine über V wie Verbot. Es gibt Dinge, die muss man verbieten, weil da die Vernunft zu oft zu spät kommt. Harte Drogen zum Beispiel gehören m.E. verboten, weil da sehr schnell ein nicht wieder gut zu machender Schaden entstehen kann. Auch Alkohol und Marihuana können Schäden hervorrufen, aber doch deutlich weniger als Crack und Heroin usw. Deshalb haben wir uns als Gesellschaft entschieden, Alkohol unter bestimmten Bedingungen zu erlauben – und das sollte mit Marihuana m.E. ebenfalls passieren. Entkriminalisierung ist da vernünftig; Verbote sind nicht ideal – das hat man auch schon in der US-Prohibition kennen gelernt: da haben von den Verboten letztlich die Gangster profitiert.

Aber bei schweren Delikten – also z.B. harten Drogen – wird man um Verbote nicht herumkommen.

Aber Böllern ist m.E. kein „schweres Delikt“. Es ist vernünftig, davon die Finger zu lassen und ich empfehle das ausdrücklich und mache das auch selbst, aber wenn jemand unbedingt ein Feuerwerk machen will, ist der Schaden i.A. nicht allzu groß. Verbote sind da vermutlich nicht das Richtige; Vernunft ist immer klug. (Abgesehen davon sind die Verbote da auch schwierig zu überwachen.)

Deswegen habe ich meine Unterschrift nicht einfach weitergeleitet, sondern mich für ein „differenziertes Vorgehen“ entschieden. So ist dieser Artikel entstanden.


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