Eine Petition für echte Schulreformen
Dominik Egger, ein Grazer Vater einer Schülerin des BORG Dreischützengasse, wird ungeduldig. Er hat eine Petition „Nach der Tragödie von Graz: Echte Reformen für unsere Kinder!“ gestartet.
Die zentralen Forderungen lauten:
Wir fordern:
- Seelische Bildung als Pflichtfach – damit Kinder lernen, mit Krisen, Konflikten und Gefühlen gesund umzugehen.
- Psychologische Strukturen an jeder Schule – niederschwellig, dauerhaft, präventiv.
- Klare Regeln für digitale Plattformen – vergleichbar mit Alkohol und Tabak.
- Wert statt nur Leistung in der Bildung – kein Kind darf sich „aussortiert“ fühlen.
Ja, das kann man unterschreiben; ich habe unterschrieben. Derzeit bin ich einer von über 12.000.
Kleinere Schwierigkeiten
Ich hab zwar mit den Forderungen kleinere Probleme. „Seelische Bildung als Pflichtfach“ – damit kann ich wenig anfangen. Ich hab schon mit dem Begriff Seele ein Problem; und als „Pflichtfach“? Ja, ich habe erfolgreich versucht, an meiner Schule ein Fach Ethik als Pflichtfach und Alternative zu Religion zu installieren, weil unsere erwachsenen Studierenden natürlich das Recht haben, Religion abzuwählen und dann gar keine ethische („seelische“?) Grundbildung bekämen.
Ich glaube, ein vernünftig verstandenes Fach Ethik, das es im Fächerkanon an sich schon gibt und wo Lehrpläne bereits existieren, würde die wesentlichen Bedürfnisse, die Herr Egger da formuliert, abdecken.

Bitte meine Petition auch unterstützen!!! Wichtig!!! openpetition.eu/!ytcfl
Liebe Frau MacEntee!
Ich hab aus der Petitionsadresse einen Link gemacht, damit Ihre Petition leichter erreichbar wird. Ich find Ihre Petition auch inhaltlich sinnvoll, aber warum beschränken Sie sie auf Niederösterreich? Sie legen den Focus sehr auf die Schulpsychologie; ich glaube aber, das ganze Schulsystem ist betroffen.
m.b.
Lieber Michael,
vielen Dank, dass Sie die Petition unterschrieben haben – und danke für Ihre konstruktive Kritik!
Sie haben recht: Der Begriff „Seelische Bildung“ ist unscharf. Ihr Vorschlag, ein erweitertes Ethik-Fach zu nutzen, das praktische Lebenskompetenzen vermittelt, klingt nach einem gangbaren Weg.
Ich bin froh über jeden, der mitdenkt und sich einbringt.
Herzliche Grüße
Dominik Egger
Lieber Herr Bürkle, Ich wollte schon immer VIELES verändern, ich beschränke mich jedoch auf das einzelne Bundesland aus 2 Gründen: 1. Ich habe das Schulsystem auf mehreren Ebenen speziell in NÖ kennengelernt, das heißt ich spreche ungern für andere Bundesländer mit, da es 2. Unterschiede in der Qualität und den verschiedenen Bildungsregionen gibt. Auf Landesebene kann, denke ich, einiges schneller umgesetzt werden mit den einzelnen Partnerinstitutionen wie diverse vom Jugendcoaching, der Schulsozialarbeit und Angeboten auf Landesebene. Es sollte eine Bestandsaufnahme gemacht werden wie jedes Bundesland den Bildungsauftrag umsetzt, inkl. welche Angebote es für Schüler gibt … Statistiken und „best practice“… Mehr »
Vielen Dank für Ihren Beitrag! Nach meiner Erfahrung sind die Bildungssysteme der Länder nicht so verschieden – mit Ausnahme der Großstadt Wien vermutlich. Auf Landesebene wird am Bildungssystem m.E. nicht viel geändert, sondern eher darauf geachtet, dass die Rahmenbedingungen eingehalten werden. Die wirklich innovativen Teile sind m.E. die Schulen. Ja, der Fächerkatalog sollte für ganz Österreich gelten; im Fächerkatalog ist aber auch Spielraum drin. Ethik z.B. ist an sich immer ein Teil der Philosophie; inwiefern man das als eigenes Fach „ausgliedern“ und führen will: da gibt es einige Möglichkeiten. Viele Schulen sind da voraus; das System hinkt halt manchmal ein… Mehr »