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Michael Bürkle

US-Rüffel für den Papst

amerikanische Uneinigkeit

t-online.de berichtet über ein geheimes Treffen im Pentagon: der offizielle Vertreter des Vatikans in den USA, Kardinal Christoph Pierre, soll im Jänner in das Verteidigungsministerium einbestellt worden sein. Von so einem Treffen berichten die Web-Seiten The Free Press und Letters from Leo; auch das Pentagon selbst bestätigt das Treffen.

Bei diesem Treffen versuchten die Vertreter der US-Regierung dem Vertreter des Vatikans zu verdeutlichen, „dass die USA «tun könnten, was immer sie wollten»“ – und „dass sich die Kirche besser auf ihre Seite stellen solle“. Das Pentagon wies diese Darstellung „als stark übertrieben und verzerrt“ zurück – stellte sie aber offensichtlich nicht völlig in Abrede. Vertreter des Vatikans sollen „über Ton und Inhalt alarmiert gewesen“ sein.

Gründe

Der Papst hat mehrfach Aussagen getätigt, die die US-Regierung offenbar ganz richtig als Kritik an ihrer Politik interpretiert hat. Der Papst ist aus der Sicht Trumps 2.0 ein Wiederholungstäter.

Bereits im Januar hatte Leo XIV. Staaten angeprangert, die militärische Gewalt der Diplomatie vorziehen. „Krieg ist wieder in Mode“, sagte er damals und sprach von einer „vollständig untergrabenen“ internationalen Ordnung.

Ja: es ist schwer, das nicht auf Trump 2.0 zu beziehen. Freilich nicht nur auf ihn. Auch Putin könnte sich betroffen fühlen.

Auch zum Krieg gegen den Iran war Leo XIV mehr als deutlich und nicht der Meinung von Trump 2.0.

Ein Journalist hat versucht, den Inhalt der Gespräche zu recherchieren und hat ermittelt, dass die US-Vertreter dabei auf das Papsttum von Avignon im 14. Jahrhundert verwiesen hatten. Das müsste man als Drohung verstehen, einen eigenen USA-Papst zu installieren – wie Trump 2.0 mit seinem „Friedensrat“ ja auch schon eine „eigene UNO“ einsetzen wollte. Ja, das sind Methoden des 14. Jahrhunderts. Wundert sich jemand?

Das wahre Ärgernis

Das wahre Ärgernis für Trump 2.0 ist offenbar, dass es mit Papst Leo XIV einen weiteren weltweit gehörten US-Amerikaner gibt, der die „Meinungen“ von Trump 2.0 heftig kritisiert. Womöglich hören weltweit deutlich mehr Menschen auf Leo als auf Trump 2.0, vielleicht sogar in den USA.

Da ist freilich noch ein anderes Ärgernis des Iran-Kriegs. Die USA bekommen es klar vorgeführt: sie können „nicht tun was sie wollen“.


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