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Michael Bürkle

Ruf zur „nationalen Ordnung“

Was ein paar Worte Slowenisch bewirken können

Im Kärntner Landtag hat ein Abgeordneter einen Ordnungsruf des Landtags­vize­präsidenten erhalten, weil er in einer Rede einige Worte Slowenisch gesprochen hat. Der Abgeordnete war vom „Team Kärnten“, der Landtagsvize – natürlich, könnte man sagen – von der FPÖ.

Jetzt ist Slowenisch durch das Volksgruppen­gesetz als Minderheiten­sprache anerkannt; es gibt zweisprachige Volksschulen und ein slowenisches Gymnasium. Der Staatsvertrag garantiert der slowenischen Volksgruppe das Recht auf eigene Sprache im Schulwesen, als Amtssprache sowie auf topografischen Aufschriften. Der Schutz und (sogar!) die Förderung (!) der „gewachsenen Minderheitensprachen“, darunter Slowenisch, ist in der Bundes­verfassung als Staatsziel verankert. Österreich ist da an sich recht gut aufgestellt: für ca. 14.000 Menschen, die Slowenisch als Muttersprache angeben – deutlich mehr verstehen es, steht einiges zur Verfügung. Die Theorie ist vorbildlich.

Aber es gibt die FPÖ und ihre Praxis und die ist in ihren Grundzügen immer noch so „deutschnational“, dass ein paar slowenische Worte in einer Rede zu einem deutsch­nationalen Ordnungsruf führen können. Ich denke, es wäre an der Zeit, dem Landtagsvize einen duchaus österreichischen Ordnungsruf zu erteilen.


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