Wie bitte?
Auf t-online lese ich vor ein paar Minuten: „Die Schonfrist für Trump ist abgelaufen“. Welche „Schonfrist“? Ja, ich weiß schon, dass man „neuen“ Politiker:innen in einem neuen Amt traditionell eine Art „Schonfrist“ einräumt, damit sie sich einarbeiten können; 100 Tage sind das im Allgemeinen. Aber Trump 2.0 ist ja als Politiker nicht neu und auch als Präsident nicht und 100 Tage sind schon lang vorbei.
Was ist der Anlass für das Ende dieser „Schofrist“?
Der Ölpreis schießt durch die Decke
so t-online schön neudeutsch. Ja, das plagt Autofahrer:innen und Öl- und Gasheizer:innen weltweit: dass der US-Kriegsbeginn gegen den Iran auf dem gesamten Globus die Preise für fossile Brennstoffe in die Höhe treibt. Das ärgert Tiroler:innen, aber auch Muslime in Ägypten wie Japanerinnen in Japan – und vor allem US-Amerikaner:innen in den USA. Man schreit nach „Preisbremsen“, also staatlichen Eingriffen in die Preisgestaltung, aber Preise sind Wirtschaftsindikatoren; wenn man sie verordnet, funktioniert der Markt nicht mehr. Also der Kapitalismus, horribile dictu.
Es gäbe an sich ein sehr gutes Mittel gegen zu hohe Preise für fossile Brennstoffe: Elektromotoren statt Verbrennungsmotoren; oder überhaupt Öffi & Fahrrad statt Auto. Ich mach das jetzt schon lange; mir ist der Ölpreis fast egal. Andere müssen den Umstieg erst schaffen. Politiker, die weiter Verbrennungsmotoren propagieren, sind da ein Hindernis und handeln völlig unverantwortlich. Sie sind dumm oder bösartig oder beides.
Aber Milliarden Menschen, davon vielen Millionen in den USA, ist der Ölpreis nicht egal. Und die Leute wissen, wem sie diesen hohen Ölpreis zu verdanken haben: Herrn Trump 2.0.
Aber es kommt noch besser
t-online schreibt: „Trump sind hohe Ölpreise scheinbar egal“. Ja, eh. Er ist reich und muss für viele Fahrten, die er tätigt, nicht einmal selbst bezahlen. Und er hat keinerlei Verständnis für seine „fellow American citizens“:
Kurzfristige Ölpreise, die schnell wieder sinken werden, wenn die Zerstörung des iranischen Atomprogramms beendet ist, sind ein sehr geringer Preis, der für Sicherheit und Frieden in den USA und auf der Welt zu zahlen ist
Das schreibt Trump 2.0 auf „Truth Social“. Da geht er sehr großzügig mit der Opferbereitschaft der Weltbevölkerung um. Und die Leute merken das und merken sich das. (Und es geht ja nicht nur um die Ölpreise; hohe Ölpreise heizen die gesamte Inflation an! Konsumgüter müssen ja auch transportiert werden – und da kostet dann schon der Transport eben mehr.)
Die Frage ist freilich, wann die Zerstörung des iranischen Atomprogramms abgeschlossen sein könnte. Das kann noch lange gehen. Schon einmal hat Trump 2.0 diese Zerstörung kundgetan: am 22.6.2025 hat er „bunkerbrechende“ Bomben gegen das iranische Atomprogramm eingesetzt und danach einen großen, endgültigen Sieg verkündet; offenbar irrtümlich, muss man aus heutiger Perspektive erkennen. Da hat er sich „getäuscht“. Sich und die fellow American citizens.
wie gesagt
Trump 2.0 ist die Lage wurscht. Und es gibt ein probates Mittel gegen hohe Preise für fossile Brennstoffe: nachhaltige Energie.

Schreibe einen Kommentar