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Michael Bürkle

Silvester-Exzesse: kann man was lernen?

In Köln, aber auch in Hamburg, Stuttgart und in mehreren anderen deutschen Städten (und, seit heute bekannt, auch in Salzburg) wurden in der Silversternacht offensichtlich zahlreiche Frauen sexuell belästigt und beraubt; es wird auch von einer  Vergewaltigung berichtet.

Für Köln wird derzeit von ca. 1000 Anwesenden gesprochen, von ca. 120 Anzeigen wegen sexueller Belästigung und wegen Eigentumsdelikten. Die Täter seien „sichtlich“ Nordafrikaner bzw. Araber gewesen. Ca. 40 Täter sollen an den Übergriffen gegen Frauen beteiligt gewesen sein.

Es gibt selbstverständlich bereits Stimmen, die das Versagen der Integrationspolitik konstatieren. Es gibt Stimmen, die die Täter kollektiv unter „den Flüchtlingen“ ausmachen. Es gibt auch Stimmen, die meinen, Frauen seien „selbst schuld“, wenn sie sich in eine Horde betrunkener Männer begeben.

Mir geht es um Klarstellungen zu ein paar Punkten:

1. Frauen sind nicht „selbst schuld“, wenn sie in einer Masse Männer sexuell belästigt und beraubt werden. Schuld sind diejenigen, die belästigen und berauben. Die gehören selbstverständlich ausgeforscht und bestraft. Dazu gibt es Gesetze; die sind einzuhalten.

2. In einer Masse von 1000 Menschen können sich nachts bei großem Lärm und Trubel gut einige Diebe verstecken. Von Menschen, die „sichtlich“ Nordafrikaner oder Araber sind, wissen wir de facto nichts – außer, dass sie dunkel wirken.

3. Menschen „anzutanzen“ – mithilfe einer Gruppe zu umzingeln und zu belästigen, um sie zu berauben – ist eine moderne Form der Straßenräuberei. Das kann man lernen; das sollte man wissen.

4. Masse mit Anonymität, Alkohol und Testosteronüberschüssen ist eine äußerst ungute Kombination. Ich würde allen Menschen – weiblichen wie männlichen – davon abraten, sich in so eine Gruppe zu begeben. Ich halte da auch selbst lieber Abstand. Ja, auch ich wechsle unter Umständen lieber die Straßenseite. Ich bin so feig.

5. Mit dem Islam, mit Integration, mit Flüchtlingen hat das an sich nix zu tun. Die Integrationspolitik hat nicht versagt: wenn überhaupt schon eine nennenswerte stattgefunden hat. Gewaltexzesse unter Alkoholeinfluss und unter dem Schutz der Anonymität gibt es regelmäßig auch im christlichen (oder im damit gemischten heidnischen) Brauchtum: ich sag nur „Krampusse“. Jedes Jahr. Man hat deshalb auch schon versucht, Krampussen Nummerntafeln zu verordnen.

Ja, ich glaub, man kann was lernen – wenn man das Hirn benützt.


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Bea
Bea
8 Jahre alt

Lieber Michael, du sprichst mir aus der Seele mit deinem Text. Zu Pkt.1.bleibt mir kein Verständniss für diese Art von Behauptungen die du beschreibst und ich wundere mich, dass es tatsächlich noch solche Meinungen gibt.Wie du sagst, es gibt Gesetze und die sind ein zu halten. Sexuelle Belästigung findet leider täglich auch in Österreich und in Deutschland statt und die meisten Fälle davon zu Hause oder in den Familien. Wenn wir aus den Vorfällen was lernen können, dann vielleicht sogar vor der eigenen Haustüre zu kehren und Opfer zu ermutigen, sich zu wehren und die Täter anzuzeigen. Zu 2. Im… Mehr »

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