Rabiate Politik fördert den Protest
Je rabiater und brutaler sich eine Politik gebärdet, desto mehr verlagert sich der Widerstand in das Kabarett, den Witz und den Protestsong. Trump 2.0 hat mit seiner Politik nun Bruce Springsteen inspiriert; Springsteen greift in seinem Song „Streets of Minneapolis“ sehr alte Traditionen der politischen Rockmusik mit Gitarre und Mundharmonika auf: begründend auf Bob Dylan und noch früher Woody Guthrie und anspielend an seinen eigenen Song „Streets of Philadelphia“ aus 1994 für den Film Philadelphia, der AIDS und die Ausgrenzung von Homosexualität thematisierte.
„kitschig“?
Ein seeehr konservativer Journalist namens Christoph Lemmer hat in der Tageszeitung Welt den Song bereits als „unglaublich kitschig“ bezeichnet. Ich glaube, der Mann hat die Tradition, in der der Song steht, nicht verstanden. Er wirft Springsteen vor, die Opfer würden „weichgezeichnet als große Helden“. Das nun stimmt überhaupt nicht. Springsteen heroisiert nicht die Opfer, er benennt die Täter – die in der Politik, nicht die auf der Straße.

Schreibe einen Kommentar