Ja, es gibt Möglichkeiten dazu
Wir haben wieder eine Art Öl-Krise; in Wirklichkeit ist es auch und vor allem ein Krieg. Es ist absehbar, dass die Preise für Benzin und Diesel (und für Gas) in den nächsten Wochen stark steigen werden und relativ lange erhöht bleiben werden. Und die Regierung kann da nur ganz wenig dagegen tun.
Aber wir selbst können was tun! Und nicht zu wenig.
Maßnahmen
1. die Generalmaßnahme
„Raus aus Öl und Gas“. Wir sollten aus der Verbrennung fossiler Treibstoffe aussteigen, je früher desto besser. Ich habe das für mich schon vor 4 Jahren erledigt: ich habe kein Auto mehr (und wenn ich eins hätte, wärs ein elektrisches) und habe keine Gas- bzw. Ölheizung mehr. Ich kann den Spritpreisen relativ bequem beim Klettern zusehen. („relativ“, weil erhöhte Spritkosten in die allgemeine Inflation stark einfließen und die betrifft mich auch.)
Nachteil dieser Generalmaßnahme: das geht nicht von heute auf morgen, das braucht Zeit und Planung. Und nicht jeder Mensch kann seine Heizung umstellen. Außerdem wäre es sehr angenehm, wenn der Staat diesen Ausstieg unterstützen würde.
2. Maßnahmen im Verkehr
Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) ist eine NGO, die sich um Verkehrspolitik kümmert. Als ich noch ein Auto hatte, bin ich da Mitglied geworden: beim VCÖ gibt es nämlich auch eine Pannenhilfe fürs Auto. Die brauche ich jetzt nicht mehr.
Aber der VCÖ hat einiges an Sparmöglichkeiten zusammengetragen. Man findet „10 Spritspar-Tips“ z.B. in einer Presseaussendung; ein Experte des VCÖ, Michael Schwendinger, ist dazu heute auch im Morgenjournal interviewt worden.
Die wichtigsten der Spritspar-Tips sind aus meiner Sicht vermutlich:
- „Hohes Tempo vermeiden: Gleiten statt rasen spart Sprit und man ist damit auch sicherer unterwegs.“ […] Tempo 100 statt 130 auf der Autobahn reduziert den Verbrauch um 23% – und erhöht gleichzeitig die Sicherheit.
Wenn man freilich mitkriegt, wie sehr z.B. Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer „Tempo 100“ mit „Alarm“ verbindet, bemerkt man, welchen Widerstand die Autolobby da leistet und was da in manchen Hirnen noch bewegt werden muss. - „Wenn möglich öffentliche Verkehrsmittel sowie Park & Ride benutzen. […] Auch für Pendlerinnen und Pendler ins Umland ist der Öffentliche Verkehr mit dem Klimaticket um ein Vielfaches günstiger als das Auto.“ – Ja, eh: die Wirksamkeit dieses Mittels hängt natürlich von der Qualität der Öffis ab. Aber ich komme als gehbehinderter Mensch sehr gut mit den Innsbrucker Öffis zurecht.
- „Fahrgemeinschaften bilden: Dort, wo es keine gute Alternative zum Auto gibt, reduzieren Fahrgemeinschaften, etwa in die Arbeit oder für Einkäufe, die Kosten.“ – Wer gemeinsam fährt, spart etwa 50% des Sprits.
- „Vorausschauend und gleichmäßig fahren: Anfahren und beschleunigen verbrauchen viel Sprit.“ – Ja, eh: Rasen ist teuer!
- „Den Motor nicht am Stand laufen lassen. Bei längeren Wartezeiten, etwa vor einem Bahnschranken, Motor abschalten.“ – Viele moderne Autos haben dafür ein automatisches Stop & Go. Das kann man einschalten.
- „Niedrigtourig fahren verringert den Verbrauch. Rasch in den nächsthöheren Gang schalten. Je höher die Drehzahl, umso mehr Sprit frisst der Motor.“ – Das geht natürlich gegen das Gefühl der Macht im Gasfuß, das viele Männer noch „kultivieren“.
- „Auf Kurzstrecken ist der Verbrauch pro Kilometer besonders hoch. Auf Kurzstrecken statt mit dem Auto möglichst oft zu Fuß oder mit dem Fahrrad mobil sein. Kalorien statt Benzin und Diesel verbrennen ist zudem gesund.“ – Ja, da steckt sehr viel Potenzial drin.
- „Spritfresser vermeiden: Eine Dachbox erhöht den Verbrauch, deshalb runter vom Dach, wenn sie nicht benötigt wird.“
- „Auf den richtigen Reifendruck achten.“
- Beim Autokauf Größe und Gewicht berücksichtigen. Je größer und schwerer das Auto ist, desto mehr Sprit braucht es. – „Deshalb beim Autokauf beherzigen: So klein wie möglich und höchstens so groß wie nötig.

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