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Michael Bürkle

Die totale Überwachung

KI-Brille von Meta leitet intimste Videoaufnahmen weiter

Ein Mann legt seine Brille auf den Nachttisch und verlässt den Raum. Kurz darauf betritt seine Frau das Schlafzimmer und zieht sich aus. Eine intime Handlung, die im Normalfall nur die Frau selbst und gegebenenfalls ihr Partner sehen würde. In diesem Fall allerdings schauen auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu, die für den Meta-Konzern von Mark Zuckerberg im Einsatz sind.

Meta ist der Mutterkonzern von Facebook, Instagram, WhatsApp u.dgl. und die Geldmaschine von Mark Zuckerberg; der Konzern hat eine KI-Brille entwickelt. In diese Brille sind eine Kamera und ein Mikrofon intergriert; man kann mit ihr audio-visuelle Daten an diverse Server übermitteln. Meta übermittelt solche Daten bevorzugt an Subunternehmen, die für Meta diese Daten dann auswerten. So entwickelt Meta seine KI weiter.

Schwedische Datenschützer:innen haben dagegen protestiert. Eine Sprecherin von Meta antwortete:

Wenn Live-KI verwendet wird, verarbeiten wir diese Medien gemäß den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzrichtlinie von Meta AI

Also: wir verarbeiten Daten, die wir aus KI erhalten, so, wie wir das wollen.

Eine neue Vokabel

Im Prinzip gibt es solche Befürchtungen schon länger; man hat dafür das Wort glasshole geprägt, also „glass + asshole“, also in etwa Glasarschloch. Es gibt auch schon Software, die vor der Anwesenheit eines glassholes, also eines Nutzers einer Meta-KI-Brille warnt.

In George Orwells 1984 ist die totale Überwachung schon antizipiert. Sie war dort aber noch eine staatliche. Mittlerweile sind die Überwacher nicht mehr so sehr die Staaten, sondern privatwirtschaftliche Firmen. Meist sind sie Werbeagenturen mit einer angeschlossenen Lock-Software. facebook ist eine Werbeagentur, die user mit einer angeschlossenen Kommunikationsplattform anzieht; leben tut facebook aber von Werbung. youTube, das zu Google gehört, ist eine Werbeagentur, die user mit einer Unzahl von Filmen und Videos anzieht; leben tut youTube aber von Werbung. Usw.

Was wir tun können

Wir können den Zugriff dieser „social media“ – ich übersetze das für mich meist als „asoziale Medien“ – auf unsere Daten möglichst blockieren. Nichts zulassen. Wir können den Gebrauch, die Verwendung von social media tunlichst einschränken; wir können unseren Datenschutz aber auch einklagen und können uns dazu verbünden: „Verbraucherschutz klagt Meta“ vom 13.9.2025 illustriert so einen Versuch.


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