Das ist das Ergebnis einer Politik
US-Präsident Trump 2.o ist sehr, sehr reich; und er wird immer reicher. Das an sich wäre zwar vermutlich moralisch bedenklich, aber noch nicht verboten. Verboten wäre es, wenn er das Amt als Präsident primär für seinen persönlichen Reichtum (und den seiner Familie) nützen würde. Und wenn ihm die Politik dabei lediglich als Hilfsmittel dient.
Genau so sieht es aber aus. Das „Office of Government Ethic“ (OGE) hat aktuelle Zahlen zum Reichtum des Präsidenten veröffentlicht. (Ich bin überrascht, dass es so ein Office überhaupt noch gibt.)
US-Präsident Donald Trump ist im ersten Quartal dieses Jahres in Finanzgeschäfte in Millionenhöhe involviert gewesen. […] Im Fokus gestanden seien der Kauf und Verkauf von Wertpapieren von US-Konzernen. Viele dieser Unternehmen sind eng mit der US-Regierung und ihren Entscheidungen verbunden.
Ja, Trump 2.0 richtet seine Entscheidungen nach dem Wohlergehen der Konzerne, deren Aktien er besitzt. Also nach seinem eigenen Wohlergehen.
Ausschnitte gefällig?
Schon die Menge der Transaktionen ist bemerkenswert. Allein bei den Zukäufen finden sich für die Monate Jänner bis März laut der US-Behörde für Regierungsethik über 2.300 Einträge, bei den Verkäufen 1.300.
Von Jänner bis März, also in etwa 100 Tagen!
Die Käufe umfassen viele Unternehmen mit Regierungsaufträgen, darunter insbesondere die großen US-Tech-Firmen Apple, Microsoft, Meta, Oracle, Amazon, Palantir und Nvidia sowie der Flugzeughersteller Boeing. Erheblich aufgestockt hat Trump seine Investitionen in Apple. Bis zu 7,2 Mio. Dollar investierte er in den vergangenen Monaten in das Unternehmen.
Noch etwas konkreter:
Zahlreiche von Trumps Finanzgeschäften fielen mit günstigen regulatorischen Entscheidungen der Trump-Regierung zusammen, berichtete die überparteiliche Non-Profit-Nachrichtenplattform News of the United States (NOTUS). So habe Trump etwa am 6. Jänner für Aktien des Halbleiterherstellers Nvidia 500.000 bis eine Million Dollar ausgegeben. Eine Woche später genehmigte das US-Handelsministerium offiziell den Verkauf zumindest einiger Nvidia-Chips an China.
Der Mann ist Präsident um reich zu werden. Das gelingt ihm.
Andrerseits
Man kann Trump 2.0 nicht vorwerfen, dass er für die USA Reichtümer anhäuft. Er macht das für sich und seine family, seine Clique, seine Claquere. Für die USA und ihre Bevölkerung sieht es anders aus. Man findet das z.B. auf Reddit, aber auch in vielen anderen Quellen:
Reporter: „Inwieweit motiviert die finanzielle Situation der Amerikaner Sie, ein Abkommen zu schließen? [mit dem Iran]“
Trump: „Nicht mal ein bisschen…. Ich denke nicht über die finanzielle Situation der Amerikaner nach“
Oder im Original:
Reporter: “To what extent are Americans’ financial situations motivating you to make a deal? [with Iran]”
Trump: “Not even a little bit…. I don’t think about Americans’ financial situation”
Ein Moment unverhohlener Ehrlichkeit. An die finanzielle Situation der Amerikaner zu denken würde ihn überfordern. Er ist einfach ein ganz dummer Mensch; sogar auf „seinem“ ureigensten Spezialgebiet, der Immobilienspekulation, hat er mit Bankrotten glorreich versagt. Als „Präsident“ hat er sich nun saniert.
