Ja, ich bin dafür.
Justizministerin Sporrer reagiert auf die Zunahme von Fällen, in denen Männer eine Partnerin ohnmächtig machen, dann vergewaltigen, das filmen (und die Filme dann auf entsprechenden Foren zum Tausch oder zum Verkauf anbieten).
Ja, das muss man verbieten, denke ich. Ja, auch der Besitz soll strafbar sein.
Aber ich sehe ein Problem
Justizministerin Sporrer macht da eine Tür auf zur pornografischen Industrie. Diese produziert täglich eine Unzahl an kurzen oder langen Filmen, in denen Frauen gequält werden, geschlagen, gefesselt, vergewaltigt und die im Internet i.W. ohne Kontrolle von Alter und Identität zum Download angeboten werden. Schier unendlich viele dieser Filme zeigen Vorgänge, die man als Vergewaltigung interpretieren kann – wenn nicht die Darsteller und Darstellerinnen das „freiwillig“ gemacht hätten. In manchen dieser Filme wird auch durch die Darsteller:innen explizit versichert, dass das alles einverständlich sei, dass man Spaß am Schmerz habe und Lust am Gewaltakt empfinde. In vielen Fällen ist das aber auch nicht der Fall: da sieht man nur die Gewaltakte.
(Nur der Vollständigkeit halber: es gibt natürlich auch Filme, in denen Frauen Männer quälen, fesseln etc. Das ist aber – vermutlich – eine kleine Minderheit.)
freiwillig?
Ich glaube solchen Versicherungen der Freiwilligkeit im Prinzip nicht. Ich denke, die meisten gequälten Darsteller:innen machen das nicht wirklich freiwillig, sondern aus Geldnot, z.B. durch Verschuldung, oder weil sie psychisch unter Druck gesetzt wurden.
Ich bin an sich dafür, auch diese Welt der pornografischen Darstellungen von Gewalt an Frauen (oder an Männern) zu verbieten und zu verhindern, unabhängig davon, ob da Beteuerungen von Freiwilligkeit vorkommen oder nicht. Aber das wird schwierig. Der Markt ist international und es gibt offenbar weltweit Bedürfnisse nach solchen Videos. Es wäre schon ein großer Fortschritt, wenn es wenigstens funktionierende Zugangsbeschränkungen bzw. Alterskontrollen gäbe.
