Aber es macht das absichtlich und wissend!
In westlichsten Bundesland Österreichs, in Vorarlberg, hat die Landesregierung (ÖVP & FPÖ) einen Entwurf zu einem „Naturschutz-Deregulierungsgesetz“ vorgelegt. Da stehen für den Naturschutz grausliche Sachen drin; das Ganze ist aber kein Unfall. Ein Artikel von Martin Auer auf dem Blog von Scientists for Future beweist: Die in Vorarlberg wissen, was sie tun.
In den Erläuterungen des Entwurfs heißt es:
Der Entwurf kann auf die Ziele des Klimaschutzes und der Klimawandelanpassung gewisse Auswirkungen haben. Dies betrifft vor allem jene Änderungen, mit denen Bewilligungspflichten entfallen oder eingeschränkt, Schwellenwerte angehoben und vorgelagerte naturschutzbehördliche Prüfungen reduziert werden. Dadurch können bestimmte Vorhaben, etwa Bauwerke, Parkplätze, Straßen, Lager- und Ablagerungsplätze, unter Umständen leichter oder in größerem Umfang ohne naturschutzrechtliche Bewilligung verwirklicht werden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es infolgedessen zu Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft kommen kann.
Für den Klimaschutz ist insbesondere relevant, dass landwirtschaftlich genutzte Moore künftig erst ab einer Fläche von mehr als 500 m² geschützt sind. Moore bzw. Moorböden haben Bedeutung für die Bindung und Speicherung von Kohlenstoff. Für die Klimawandelanpassung sind insbesondere unversiegelte Böden, Grünflächen und Gewässerräume bedeutsam, weil sie zur Kühlung, zum Wasserrückhalt, zur Hochwasservorsorge und zur Erhaltung der Biodiversität beitragen können.
Diesen möglichen nachteiligen Auswirkungen steht die Zielsetzung des Entwurfs gegenüber, das Gesetz über Naturschutz und Landschaftsentwicklung entsprechend dem Auftrag im Arbeitsprogramm der Landesregierung zu deregulieren, Verfahren zu beschleunigen und stärker auf Eigenverantwortung zu setzen. Der Entwurf nimmt daher eine gewisse Reduktion naturschutzbehördlicher Vorabprüfungen in Kauf, soweit dies zur Vereinfachung des Vollzugs und zur Entlastung der Bürgerinnen und Bürger sowie Wirtschaftstreibenden vertretbar erscheint.
Quelle: Erläuternde Bemerkungen
Übersetzung
Man kann den Text oben zusammenfassen und auf den Kern raffen. Dann kommt heraus:
Wir wissen, dass das, was wir vorhaben, dem Klimaschutz und dem Naturschutz klar widerspricht, aber das ist uns wurscht, wir wollen weiterhin „Bauwerke, Parkplätze, Straßen, Lager- und Ablagerungsplätze“ errichten, und zwar leichter als bisher.
Solche Leute erzeugen wissend und absichtlich Verhältnisse, die Menschen schädigen und umbringen, und zwar für die nächsten Generationen.
