Manchmal fragt man sich …
Ende Juni waren die Schützenkompanien von Pillersee, Waidring und Fieberbrunn per Bus über das „kleine deutsche Eck“ auf dem Rückweg vom Priesterjubiläum des Erzbischofs Lackner. Sie hatten ihre Gewehre – tirolerisch Puff’n, bundesdeutsch Knarren – mit und im Bus so locker verstreut, dass das einer Polizeistreife aufgefallen ist. Es kam nahe Bad Reichenhall zu einer polizeilichen Kontrolle.
Zu den Gewehren gab es keine Papiere und die Gewehre waren sichtlich nicht ordnungsgemäß verwahrt – also wurden 34 Gewehre von der bayrischen Polizei eingezogen. [Vermutung meinerseits: bei dieser Kontrolle waren nicht alle diese Tiroler Schützen stocknüchtern. Das ist aber eine reine Vermutung.]
Wie kann man nur in einem Reisebus bei einer Fahrt übers kleine deutsche Eck Gewehre ohne entsprechende Papiere unverpackt herumliegend mit sich führen? Es klingt nach einer mehrfach b’soffenen G’schicht.
Mittlerweile hat sich bei der polizeilichen Untersuchung der Gewehre noch herausgestellt, dass manche kleine Hakenkreuze trugen, vermutlich als eine Art Prüfstempel aus der Nazizeit. Das macht die Sache jetzt noch blöder.
Ich bin an sich aus Vorarlberg
Ich bin aus Vorarlberg und war sogar einmal bei einer Blasmusik. Aber auf das Tiroler Schützenwesen bin ich erst in Tirol gestoßen. Ich habe es nie verstanden. Was oder wen wollen die Tiroler Schützen schützen, wenn sie bei offiziellen Anlässen in Tracht aufmarschieren und dann Schüsse in „Salven“ abgeben?
Ah: Sie wollen an den „glorreichen Tiroler Volksaufstand“ 1809 gegen Napoleon erinnern? Wozu? Das ist der, der nach letztlich vier Schlachten verloren gegangen ist, stimmt’s? Gar so glorreich war die ganze Angelegenheit nicht, kann man heute nachlesen.
Was ist von den Schützen geblieben?
Ein Männerbund mit Waffen, der für Frauen nur untergeordnete Rollen vorsieht. Stockkatholisch; sie „schützen“ eine fragwürdige „Tiroler Tradition“.
