michael bürkle

texte … zu bildung, politik und ähnlichem und die einladung zur diskussion …

Michael Bürkle

„We need it …“

„Wir brauchen es“

Mit der Begründung „But we do need Greenland, absolutely. We need it for defense” argumentiert Trump 2.0 für eine Annexion bzw. „Übernahme“ Grönlands (in welcher Form auch immer), zuletzt nachlesbar in „The Atlantic“.

kindisch

„Wir brauchen es“: das ist ein kindisches „Argument“. So „argumentieren“ Kinder stampfend und schreiend an der Supermarktkassa. Und es ist eine Lüge, nehme ich an. (Eine Lüge ist eine wissentlich ausgesproche Unwahrheit.) Denn Grönland sei umgeben von russischen und chinesischen Schiffen. Ja, die fahren da durch, wie auch US-amerikanische und europäische und unter diversen anderen Flaggen „segelnde“.

Weltpolitisch ist das in den letzten 80 Jahren an sich kein anerkanntes Argument mehr gewesen. Zuletzt hat meines Wissens Hitler im Namen der Nazis so „argumentiert“: die Deutschen seien ein „Volk ohne Raum“ und „brauchen“ Siedlungsraum „im Osten“, also in Russland. Mit so einem „Argument“ konnte man Russland überfallen und kann man jeden anderen Krieg anzetteln – auch einen in Venezuela, einen in der Ukraine, womöglich auch einen in Taiwan. In den letzten Jahrzehnten hat man gehandelt, wenn man etwas gebraucht hat. Ja, wir sind in einer neuen Weltordnung.

„Sicherheit“? Ach wo!

Wenn die USA und Trump 2.0 ihre Sicherheit durch die historisch bedingte Zuordnung Grönlands zu Dänemark bedroht sehen, dann sollte man das wohl innerhalb der NATO verhandeln können. Dazu ist die NATO ja an sich gegründet worden: als Beistandspakt. Aber ich habe es schon mehrfach in den letzten Monaten betont: die NATO hat sich mit Trump 2.0 überlebt; der Beistandspakt zwischen den USA und den anderen NATO-Staaten ist de facto aufgekündigt – ohne dass das explizit ausgesprochen wurde; wir brauchen eine europäische Verteidigung – und ich würde alle europäischen NATO-Staaten und Österreich, Irland, die Schweiz und Kanada dazu einladen.

Offensichtlich geht es um mehr als Sicherheit, so wie es gegenüber Venezuela nie wirklich „um Drogen“ gegangen ist. Es geht um Bodenschätze. Und die sind von einem Beistandspakt nicht umfasst. Die handelt man auf einem Markt.


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