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Michael Bürkle

Der Wert des E-Bikes

Ich bin überrascht worden

Ich lese gerade einen Artikel „Warum E-Bikes für die Verkehrswende noch wichtiger sind als Elektroautos“ – und bin verblüfft. Das abstract am Anfang fasst den Inhalt zusammen:

Elektroautos gelten als sauberste Alternative zum Verbrenner. Dabei wird ein noch klima­freundlicheres Fahrzeug oft vergessen: das E-Bike. Studien zeigen: E-Bikes sparen mehr Ressourcen, verursachen deutlich geringere CO2-Emissionen und beschleunigen die Verkehrs­wende stärker als die Elektrifi­zierung des Autoverkehrs.

Im Artikel werden die Vorteile von E-Bikes nachvollziehbar herausgearbeitet. Nach einer Untersuchung der Uni Wuppertal hätten E-Bike-Benutzer:innen über 40% ihrer Fahrten mit dem E-Bike mit einem Auto erledigt – wenn sie kein E-Bike hätten. Das normale Fahrrad wäre da bei Weitem nicht so oft zum Zuge gekommen: das Fahrrad wird offenbar immer mehr zum Sportgerät; das E-Bike wird auch als Transport­mittel ernst genommen und kann das Auto eher ersetzen als ein konventionelles Fahrrad. (Ich kenne auch „Ausnahmen“.)

Auch in der CO2-Bilanz steigt das E-Bike sehr gut aus. Wenn man die CO2-Emission auch bei der Herstellung der Geräte berücksichtigt, liegt das E-Bike offenbar bei 3 Gramm CO2 pro Personenkilometer, ein Öffi zwischen 63 und 93 g, das Elektroauto bei 79 g und das Verbrennerauto bei ca. 166 g. In dieser Statistik hätte auch das normale Fahrrad Platz: bei seinem Betrieb fallen natürlich gar keine CO2-Emissionen an, bei seiner Herstellung aber doch auch.

Ich fühle mich bestätigt

Ich habe seit gut 3 Jahren gar kein Auto mehr, auch kein Elektro­auto. Das geht sehr gut. Wenn es wirklich dringend nötig wäre und es gar nicht anders ginge, könnte ich mir eins ausleihen – das ist in diesen 3 Jahren noch nicht vorgekommen. Ich habe allerdings ein E-Bike; das verwende ich sehr oft; ich habe auch ein normales Fahrrad: das nehme ich tatsächlich nur mehr für recht kurze Strecken.

Insofern gibt es an sich keinen Grund für mich überrascht zu sein. Ich kann das alles bei mir selbst auch beobachten.

Was fehlt noch für eine Gesamt-Umwelt-Bilanz?

Es fehlen noch die Entsorgungs­kosten. Alles geht einmal kaputt: E-Bikes, Elektroautos, Verbrenner­autos. Man müsste die Emissionen, die bei der Entsorgung der Geräte auftreten, mitkalkulieren. Ich denke, das würde nicht allzu viel Unterschied im Vergleich ausmachen; mit einer Ausnahme: E-Scooter.

Der Artikel fasst E-Bikes und E-Scooter zusammen. Das mag für Produktion und Betrieb i.W. korrekt sein: beim Entsorgen steigen die E-Scooter vermutlich deutlich schwächer aus als die doch eher „wertvollen“ E-Bikes. Zu oft sehe ich damen- und herrenlose E-Scooter irgendwo herum­liegen: täglich entstehender Müll.

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