künstlich klug kreativ?
In einer Folge der Wissenschaftsserie Terra X auf ZDF erklärt Hannah Bast, die Freiburger Informatikerin und Professorin für Algorithmen und Datenstrukturen (ja, das gibt es!), die Funktionsweise von KI-Programmen. Ich kann die Sendung „Wie Maschinen Sprache verstehen“ nur wärmstens empfehlen.
Denn Frau Bast erklärt das nicht nur: sie demonstriert das auch. Nach einem Video von ca. 22 Minuten versteht man, wie KI funktioniert, warum sie erst jetzt funktioniert – obwohl es die Grundideen seit vielen Jahren gibt – und warum sie so viel Strom verbraucht. Und was das Ganze mit „Verständnis“ und „Intelligenz“ zu tun hat, versteht man dann auch. (Kleiner Tipp: es geht nicht um Inhalte; es geht um Wahrscheinlichkeiten.)
Das ist hervorragende Bildungsarbeit. Danke!
Das erste „Verstehen“: ELIZA
Nur 14 Minuten dauert ein anderes Video, von dem ich noch nicht weiß, wie der Mensch heißt, der es gedreht hat. (Er stammt jedenfalls aus Tirol und nennt sich A Goofy Intelligence.) Das Video behandelt ELIZA, das erste Computerprogramm, das quasi als „Chatbot“ funktioniert hat, gemacht von Joseph Weizenbaum 1966/67 (!!!). Weizenbaum wollte da keine Gesprächstherapie am Computer herstellen, sondern lediglich Kommunikationsstrategien von Therapeuten simulieren – und ist missverstanden worden: das Programm sei für den therapeutischen Einsatz noch nicht gut genug. Aber Menschen haben mit ELIZA kommuniziert – halt per Tastatur und Bildschirm – und haben sich „verstanden“ gefühlt; schon 1967.
Das Video zeichnet die Geschichte dieses ersten „Verstehens“ am Computer sehr schön nach, halt in Englisch.
(Joseph Weizenbaum ist übrigens auch berühmt für sein grundlegendes Buch „Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft“, 1976.)
