Europa in Flammen!
In Spanien und Frankreich wüten aus der Kontrolle geratene Waldbrände rund um Großstädte wie Bordeaux oder Madrid. In Frankreich werden ca. 250.000 Menschen gemeldet, die geflüchtet oder umgesiedelt worden sind; in Spanien sind ca. 120.000 Menschen von Evakuierungen betroffen. In Italien wüten die Brände besonders in Sardinien. Muss es wirklich passieren, dass eine Großstadt wie Bordeaux evakuiert wird, damit politisch relevante Gegenmaßnahmen gesetzut werden? (Spektrum der Wissenschaft meldet: „Warum Bordeaux gefährdet ist“.)
Die Liste der betroffenen Gebiete und der Problemfelder (Dürren, Bergstürze, …) ließe sich noch erweitern. Interessant finde ich aber die Reaktion des spanischen Premiers Pedro Sanchez: er „forderte angesichts der verheerenden Brände erneut einen «nationalen Pakt zum Klimanotstand»“. Vielleicht kommt Sanchez dabei drauf, dass es nicht eines „nationalen“ Pakts bedarf, sondern eines internationalen, eines europäischen.
Ein europäischer Pakt
Und dieser europäische Pakt ist an sich auch schon aufgesetzt – das sog. Verbrenneraus ab 2035 – aber halt hoffnunglos zu langsam. Wir brauchen das viel schneller. Wir – in Frankreich, Spanien, Italien, Österreich, Deutschland, … – überall. Er bezieht sich auch nicht dezidiert auf Waldbrände, sondern auf zahlreiche gesellschaftlich relevante Faktoren. Wir haben hier nicht viele „nationale“ Notstände, wir haben einen internationalen Notstand.
Leider stehen die Zeichen in Europa nicht auf ein Vorziehen des „Verbrennerverbots“ – das im Übrigen keines wäre; Verbrennermotoren werden nicht „verboten“, es dürfen nur keine neuen Autos mit Verbrennermotoren auf den Markt kommen. Auf Druck der Verbrennerlobby (v.a. europäische Autokonzerne, konservative und rechtsextreme Parteien, aber auch Vereine wie der ÖAMTC oder der ADAC) ist die EU derzeit dabei, das Verbrenneraus zu verschieben statt vorzuziehen.
Das ist völlig verkehrt und beschert uns vernichtende Waldbrände auf Jahre hinaus.
