Der Standard im Gespräch mit Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ)
Der Standard hat heute ein längeres Interview mit dem sozialdemokratischen Wiener Klimastadtrat gebracht. Der Mann hat an sich gute kommunalpolitische Ideen, und er fühlt sich von der Bundesregierung zu wenig unterstützt. Namentlich erwähnt er Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer; den Umweltminister nennt er in der Funktion, aber nicht namentlich. Die ÖVP sei schon in der letzten (schwarz-grünen) Regierung im Klimaschutz die Bremser gewesen und sie seien es jetzt wieder.
Ich kann Herrn Czernohorszky in Vielem beistimmen, frage mich aber, warum die SPÖ nicht schon viel früher auf gute Klimaschutz-Ideen gekommen ist. Ja, klar: „die Schwarzen“ (die ÖVP) sind die Hauptbremser, weil sie glauben, dass sie mit weniger Klimaschutz die Interessen ihrer Klientel besser vertreten können: die Interessen der Bauern, der „großen“ Wirtschaftstreibenden, der Reichen, der Banken. Das macht sich zwar immer klarer als Unsinn bemerkbar, aber nicht alle ÖVP-Minister und -Politiker und :innen schnallen es bereits.
Die SPÖ?
Aber „die Roten“ (die SPÖ) in der Bundesregierung sind mir da bis jetzt auch noch nicht sehr innovativ aufgefallen. Da müsste viel mehr Druck her: wann, wenn nicht jetzt?
Ich denke, die SPÖ hat ein Problem: sie traut sich nicht über Treibhausgase und den Verbrennermotor zu sprechen, denn dann müsste sie sofort für ein schnelleres Aus des Verbrenners eintreten. Viele der noch verbliebenen SPÖ-Wähler:innen haben aber noch so ein Auto. Die sind da sehr konservativ. Da schickt die SPÖ lieber den Stadtrat mit den guten kommunalen Ideen.
„Klimaschutz braucht nicht Samthandschuhe, sondern den Vorschlaghammer“
So hat der Standard das Interview mit Czernohorszky überschrieben. Die Überschrift ist martialisch, aber Czernohorszky zückt im Interview allenfalls ein paar Hämmerchen. Die Samthandschuhe werden in der SPÖ immer noch zu gern getragen.
