michael bürkle

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Michael Bürkle

Zukunftsdepot, Geburtenbeihilfe, Sparen

Wie sich das die Regierung vorstellt

Die Bundesregierung hat ein „Zukunftsdepot“ beschlossen: sie will jedem Kind 500 € auf ein Konto überweisen, auf dem Eltern (und Großeltern …) pro Jahr bis zu 5.000 € einzahlen können. Das Geld auf dem Depot wird von der Kapitalertragsteuer (KESt) befreit. Das Konto wird bei einer Bank geführt; das Geld gehört dem Kind, das nach 18 Jahren – je nach den jährlichen Einzahlungen – doch vor einem kleinen Vermögen stehen kann. Man will damit offenbar das Sparen fördern. Die Banken zeigen sich jedenfalls begeistert – na klar!

Ist das eine gute Idee?

Ich glaube nicht.

Zunächst wiederholt dieses „Zukunftsdepot“ eine Art „Geburtenbeihilfe“, die es schon früher, bis zum 31.12.1996, gegeben hat. Die war allerdings höher: sie betrug 15.000 Schilling (umgerechnet knapp 1.100 €). Sie hatte auch nicht den Sinn, ein Sparguthaben des Kindes anzulegen, sondern die Eltern bei den Kosten um die Geburt zu unterstützen. (Und Geburten finanziell attraktiv zu machen.)

Und dann: welche Familie kann sich jährliche Einzahlungen von jährlich 5.000 € leisten? Wohlhabende Familien schon: die können mit dem Zukunftsdepot ein Startkapital für ihr Kind schaffen. Allerdings: 18 Jahre Dauer! Also von 2027 bis 2045. Wie sicher ist die wirtschaftliche Entwicklung für 18 Jahre? Unter Umständen stehen mit so einem Depot nach 18 Jahren sogar Wohlhabende vor einem relativen Nichts. Dann war es ein Zukunfts-Depp-oh!

Sparen kann man auch selbst; man kann sich auch selbst die besten Bedingungen suchen: die besten Zinsen, die Dauer, die man braucht. (Ich hab z.B. ein Bundesschatzkonto auf 4 Jahre.) Dazu braucht man kein „Zukunftsdepot“. Die KESt sparen? – das allein ist noch kein wirklich attraktives Angebot.

Und weniger Wohlhabende werden sich das einfach nicht leisten können. Das ist ein Angebot für Wohlhabende nach dem Muster „Wo Tauben sind, fliegen Tauben zu“. Manchen Kindern wird man spätestens mit 18 erklären müssen, dass man keine Tauben hatte und also keine zugeflogen sind.

Kindergrundsicherung

Was wir wirklich brauchen, ist eine Kindergrundsicherung. Ein Geld, das den Eltern für jedes Kind ausgezahlt wird, das bei uns geboren wird, unabhängig von der Staatsbürgerschaft. Ein Geld, das über ein paar Jahre, 5, vielleicht auch 10 oder 14, ausbezahlt wird und dem Kind einen gerechten Start erleichtern soll. Es soll an die Eltern gehen und diese verpflichten, das Geld für das Wohl des Kindes auszugeben. Das kann dann auch in ein selbst verwaltetes Konto fließen.


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