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Michael Bürkle

Der Iran am Rand

Das Regime wankt

Der Iran, ein riesiges Land mit über 90 Millionen Einwohner:innen, wankt. Abertausende demonstrieren gegen das theokratische Regime, das die Wirtschaft zielsicher an die Wand gefahren hat. Die Inflation ist gigantisch; die Versorgung mit Trinkwasser und mit Strom bricht immer wieder zusammen. (Ich habe 2025 schon mehrfach darüber geschrieben: Dem Iran geht das Wasser aus vom 28.8. oder Wasserrationierung im Iran? vom 7.11.)

Das Regime setzt auf 2 Machtfaktoren: auf den Islam und auf das Öl. Probleme: das Öl ist als fossiler Brennstoff nicht mehr so gefragt und der Islam ist eine Religion aus dem Spät­mittelalter und nie in der Gegen­wart angekommen, speziell nicht jene Spielart, die im Iran an der Macht ist und die diese Macht mit brutaler Gewalt gegen alle Kritiker und vor allem Kritikerinnen und gegen die Menschen­rechte verteidigt. Vernunft wäre gefragt und ein Umstieg auf nachhaltige Energie­versorgung.

Der politischen Opposition fehle „ein Führer“, habe ich gehört; deswegen sei sie noch nicht effizient. Aber vielleicht ist gerade das eine Chance. An „Führern“ hat es im Iran nicht gefehlt: der „Schah“ Reza Pahlavi regierte autokratisch und gewalttätig von 1941 bis 1979 und wurde durch die „Islamische Revolution“ unter der Führung des Ayatollah Khomeini hinweggefegt. Als Khomeini 1989 starb, folgte ihm der heute immer noch tätige Ayatollah Khamenei. Khomeini und Khamenei festigten statt einer Autokratie eine Theokratie auf der Basis einer früh­mittel­alter­lichen Religion, gegen alle modernen Erkenntnisse – mit Ausnahme der Atom­technologie.

Seit 84 Jahren gibt es in diesem Land keine Demokratie mehr, keine soliden Menschen­rechte, keine Gleich­berechtigung der Geschlechter. Es muss nicht wieder ein „Führer“ her: es braucht eine echte Demokratie.


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