Ich ahne es
Eine ganze Generation von jungen Leuten – Schüler:innen, Student:innen, Arbeiter:innen, Arbeitslose – protestiert in ganz Europa und weit darüber hinaus. Sie demonstrieren für bessere Schulen, bessere Studienplätze, bessere Arbeitsbedingungen.
Und manche von ihnen – bei Weitem keine Mehrheit – plündert auch Geschäfte, zerbricht Schaufenster, stiehlt Waren aller Art, zündet Autos an…
Warum?
Es ist eine Generation, die sich nicht mehr darauf verlassen kann, eine Zukunft zu haben. Wie alle Menschen haben sie Probleme in der Gegenwart, aber im Gegensatz zu (uns) älteren Menschen sehen sie auch keine irgendwie gesicherte Zukunft mehr. Es ist eindeutig, dass die jetzt mächtige Generation von Politiker:innen und Manager:innen das Klima der Biosphäre, also des menschlichen Lebensraums, zunehmend und „nachhaltig“ zerstört – indem man konkret notwendige Schritte verschiebt, vertagt oder einfach nicht wahrnehmen will. Die jetzt an der Macht Befindlichen wollen die Krise(n) aussitzen, und da bieten die FPÖ in Österreich und die AfD in Deutschland und die anderen Rechtsextremen in Europa höchstens kurzfristige populistische Lösungen, die nicht funktionieren. Die haben noch nicht einmal das Hauptproblem verstanden.
In dieser Jugend staut sich deshalb viel Frust und bei vielen wird der zur Wut. Das Ergebnis sehen wir.
Die Alternative, eine Art Klimaoptimismus, hat Marcus Wadsak im Standard skizziert – aber er hat auch die engen Bedingungen dafür genannt. Und diesen engen Bedingungen entspricht fast niemand aus unserer Politik.
