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Michael Bürkle

Der Deal mit dem Friedensobelpreis

María Corina Machado will den Preis offenbar Trump 2.0 überreichen

Der Spiegel meldet, dass die Friedens­nobel­preisträgerin María Corina Machado offenbar den Preis an US-Präsident Trump 2.0 weitergeben will. Und Trump 2.0 will ihn annehmen – meldet der Spiegel. Und obwohl das nicht geht.

Warum will Frau Machado das?

Ich weiß es nicht. Vielleicht will sie bei Trump 2.0 Sympathie oder wenigstens Verständnis für Venezuela wecken. Vielleicht will sie sich für die Nachfolge Maduros ins Spiel bringen, nachdem die US-Regierung auf eine politische Einbindung von Frau Machado zunächst völlig verzichtet hat. Viel­leicht möchte sie Trump 2.0 tatsächlich „ehren“. Heaven knows.

Was geht…

Natürlich kann Frau Machado öffentlich äußern, dass sie den Preis an Trump 2.0 weiterreicht. Aber das ändert den Beschluss des Nobelpreis­komitees nicht. Natürlich kann Frau Machado das Preisgeld an Trump 2.0 überweisen. Das Preisgeld ist aber nicht der Preis selbst.

Was nicht geht…

Es geht leider – oder gottseidank – nicht, den Beschluss des Nobel­preis­komitees zu ändern. Trump 2.0 wird es in Bezug auf den Friedens­nobelpreis 2025 allenfalls zu einer Fußnote bringen – dass er eitel genug war, sich den Preis scheinbar „überreichen“ zu lassen. In der Liste wird immer Frau Machado stehen.

Das wird den Narren aber nicht abhalten, sich allenthalben als Friedens­nobel­preis­träger aufzuführen.


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Kommentare

3 Antworten zu „Der Deal mit dem Friedensobelpreis“

  1. Avatar von Whisker
    Whisker

    Jo mei, wenns den beiden Spaß macht und Machado ihr Friedensnobelpreis so wenig wert ist: sollen sie doch.

    Der Friedensnobelpreis wird das aushalten, Trump macht sich damit nur noch lächerlicher als bisher, und Machado entlarvt sich damit nur als die „bei weitem nicht hellste Kerze auf dem Kuchen“, die sie auch vorher schon nicht war.

    Denn Machado betrachtet ausgerechnet Margaret Thatcher [sic!] als ihr großes politisches Vorbild.

    D.h. wer sich ausgerechnet von jemandem wie Machado eine bessere Politik für Venezuela und vor allem die Venezolaner erhofft als von Maduro, dem ist nicht zu helfen.

    1. Avatar von Whisker
      Whisker

      Seit heute (16.1.) ist es (quasi) „offiziell“, Machado hat Trump ihre Medaille des Friedensnobelpreises geschenkt: https://www.derstandard.at/story/3000000304377/maria-corina-machado-schenkt-donald-trump-die-medaille-ihres-friedensnobelpreises

      „In Anerkennung seines Engagements für die Freiheit des venezolanischen Volkes“.
      Oh, the irony.

      Ich lehne mich mal ein bißchen aus dem Fenster und vermute, dass Machado es sich mit dieser peinlichen Unterwerfungsgeste etc. wohl eher so sehr mit den Venezolanern verscherzt haben wird, dass sie ihre beruflichen Zukunft als venezolanische Politikerin wohl eher begraben kann.

      Sollte ich damit tatsächlich Recht behalten, dann ist mein Mitleid für Machado jedenfalls enden wollend. Weil die Dame hat sich ihr Bett selbst gemacht, und wie es so treffend heißt: „play stupid games, win stupid prizes“.

      Worauf ich jetzt allerdings ein wenig neugierig bin: wie das Nobelpreiskomitee damit umgeht und welche Lehren es jetzt möglicherweise aus der Sache zieht.

      Weil nur zu betonen, dass der Preis „nicht übertragbar“ ist – ob das zur dauerhaften „Ehrenrettung“ des Friedensnobelpreises ausreicht, wage ich zu bezweifeln.

      Vielleicht wäre es z.B. sinnvoll, grundsätzliche Kriterien sowie ein Procedere für mögliche Aberkennungen zu schaffen; oder auch z.B. als abgeschwächte Form, dass Preise zwar nicht explizit aberkannt werden, aber man wird aus „offiziellen“ Listen der Preisträger gestrichen, nicht mehr zu Veranstaltungen eingeladen etc.

      Und ja, so ein Procedere sollte dann auch durchaus aufwendig sein, um Aberkennungsversuche aus unredlichen Motiven möglichst schwierig und aufwendig zu machen.

      1. Avatar von michael bürkle
        michael bürkle

        ich teile deine analyse, was venezuela betrifft. dem nobelpreiskomitee möchte ich keine vorschläge unterbreiten.

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