michael bürkle

texte … zu bildung, politik und ähnlichem und die einladung zur diskussion …

Michael Bürkle

Ein Dienst, verschiedene Varianten

„Dreierkoalition mit drei separaten Ideen zum Wehrdienst“ …

… titelt der Standard in seiner Papier-Version heute. Ja, nach ÖVP und SPÖ haben nun auch die NEOS einen Vorschlag zur Wehrdienstreform publiziert. Und es gibt keine Einheitlichkeit in der Regierung – und wenn man FPÖ und Grüne dazu nimmt, erst recht keine im Nationalrat.

Das ist auch klar – weil alle falsch ansetzen. Ich habe das schon im Artikel „Wehrdienstreform“? am 2.6. als Problem gesehen. Es geht nicht nur um den Dienst beim Bundesheer für junge Männer; insofern ist eine „Wehrdienstreform“ eine glatte Themenverfehlung. Es geht um einen Dienst an der Gemeinschaft für alle jungen (und nicht mehr so jungen) Menschen, egal welchen Geschlechts. Es geht um nützliche Dienste im Rahmen der Verteidigung, der zivilen und der sozialen Dienste. Und es geht auch um Gerechtigkeit – es ist nicht einzusehen, warum einer dieser Dienste länger dauern soll als ein anderer.

Ich bin dafür, Wehr-, Zivil- und Sozialdienst einstweilen mit 8 Monaten Gesamtdauer anzusetzen. Wieviel davon „Grunddienst“ ist und wieviel „Übungen“, kann in den verschiedenen Diensten verschieden aussehen. Aber eine Teilung in Grunddienst und Übungen ist in allen Bereichen sinnvoll und nötig. Wer heute auf bestimmte Systeme angelernt wird, ist in 10 Jahren (leicht möglich) überfordert, egal ob das beim Heer ist oder in den verschiedenen Tätigkeitsfeldern von Zivil- und Sozialdienst. Ich bin für eine Integration des „freiwilligen sozialen Jahrs“ in den Dienst an der Gemeinschaft, also für eine Anrechnung.

Wir würden dadurch für alle (mehr oder weniger) jungen Menschen einen sinnvollen Ausflug in ein Berufsleben generieren. Wir würden mit einer Durchmischung der Geschlechter eindimensionale, vor allen durch Traditionen bestimmte „Kommunikationsformen“ in Frage stellen. Frauen beim Heer? – Super. Männer in der Pflege? – Mindestens ebenso super. „Diverse“ Menschen im Sozialdienst? – Ja, natürlich, herzlich willkommen!


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2 Kommentare
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Whisker
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1 Monat alt

> Ich bin für eine Integration des „freiwilligen sozialen Jahrs“ in den Dienst an der Gemeinschaft, also für eine Anrechnung. Das ist ja eh schon so, denn während des FSJ ist man nach dem ASVG kranken-, unfall- und pensionsversichert. GWD und Zivildienst werden übrigens schon seit Jahrzehnten als „Ersatzzeiten“ für die Pension angerechnet, d.h. sie zählen für die Pensionszeiten, die man für den grundsätzlichen Pensionsanspruch „sammeln“ muss, aber sie werden nicht für die Berechnung der Pensionshöhe herangezogen (so wie z.B. auch die Lehrzeit). Und was ich selbst nicht wußte: eine mindestens zehn Monate durchgehende Teilnahme am FSJ wird sogar beim… Mehr »

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