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Michael Bürkle

Dürrehilfe und Klimaschutzgesetz

Die Regierung war erfolgreich. Aber …

Die österreichische Bundesregierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS hat nach über 2 Wochen langen Verhandlungen über Dürrehilfen an Land­wirt:innen und über das Klima­schutz­gesetz eine Einigung erzielt. Es gibt Dürre­hilfen – und es wird (endlich!!!) ein Klima­schutz­gesetz geben. Das ist zunächst ein Erfolg. Ein Erfolg auch des gesell­schaftlichen Drucks durch NGOs. Dass Dürre­hilfen und Klima­schutz­gesetz zusammen gehören, war manchen in der ÖVP nicht klar und letztlich der Schritt, der zu einer Einigung führen konnte. „Jeder kriegt was und gibt was her“ sozusagen.

Die ÖVP hat sich wieder einmal als Bauern­partei gezeigt und der Klima- und Landwirtschafts­minister Totschnig als de-facto-Bauern­vertreter, also als Fehl­besetzung im Job. (Ein Minister ist kein Vertreter von Sozial­partnern.) Die SPÖ und die NEOS haben ein abgeschwächtes Klima­schutz­gesetz durchgebracht – aber immerhin.

Aber:

Die Einigung in Bezug auf das Klima­schutz­gesetz folgt zunächst dem Koalitions­vertrag. Dort steht das Jahr 2040 drin und das soll auch halten. Allerdings ist der EU-Vertrag über 2040 eh schon verwässert – es geht nur mehr um einen Rückbau der Emissionen um 90%. Man hat sich also auf die EU-Verwässerung des Koalitionsabkommens geeinigt.

Diese Einigung hat bedenkliche Haken. So soll ein „Fahrplan“ für den Rückbau der Emissionen erst 2027 beschlossen werden. Es wird also nächstes Jahr wieder ein Gezerre um Emissionswerte geben und der Wirtschaftsbund (ÖVP) und die Industriellenvereinigung (ÖVP- und FPÖ-nahe) werden für eine weitere Verwässerung der Zielwerte plädieren. Um den „Standort zu schützen“ – was Unsinn ist, denn mittelfristig gefährdet man den Standort dadurch, vgl. „Die Industrie jammert“. Und: die ÖVP hat in das Agreement hineinverhandelt, dass es keine Sanktionen geben soll. Wie soll der Sinn eines Gesetzes verfolgt werden, wenn es keine Sanktionen gibt?

Trotzdem begrüßt laut Standard der Klimaökonom Karl Steininger vom Wegener Center für Klima und Globalen Wandel der Universität Graz die Einigung auf ein Klimaschutzgesetz prinzipiell – bei durchaus einigen Einschränkungen.

Dürrehilfen

Für die Dürrehilfen hat der Finanzminister Marterbauer (SPÖ) mit dem „Bauernvertreter“ Totschnig im Wesentlichen Umwidmungen innerhalb des Land­wirtschafts­budgets beschlossen. Und ein paar Tricks aus- und hinein­gepackt: „Konkret sollen die gesamten Sozial­versicherungs­beiträge für zwei Monate erlassen werden, um den Landwirtschaftsbetrieben Liquidität zu verschaffen.“ Und: „Die öffentliche Hand soll Land­wirten bei Agrar­investitionen […] stützen, konkret mit Auf­schüben bei der Zinszahlung“.

Ein Eindruck

Ich habe den Eindruck, dass für die SPÖ in den Verhandlungen Finanz­minister Marter­bauer federführend war und dass der das sehr geschickt über die Bühne gebracht hat.


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