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Michael Bürkle

Klimakrise kostet Millionen. Oder Billionen, je nachdem


Mehrere Untersuchungen sind heute erschienen …

In Lancet

In der hoch angesehenen wissenschaftlichen Zeitschrift „Lancet“ ist ein Artikel erschienen, über den von der Science-Redaktion des ORF unter dem Titel „Klimakrise kostet Millionen Menschenleben“ berichtet wird. Es geht da vor allem um die gesundheitlichen Folgen des (menschengemachten) Klimawandels. Es geht (a) um die Zunahme hitzebedingter Todesfälle, (b) um die Zunahme von Todesfällen durch Luftverschmutzung und (c) um die Zunahme an Infektionskrankheiten durch die Klimaerhitzung. Und ja: es geht um Millionen Menschenleben.

Die Studienleiterin Marina Romanello wird zitiert mit: „Die Zerstörung von Leben und Lebensgrundlagen wird weiter zunehmen, solange wir unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen nicht beenden.“

Im Standard

Im Standard schreibt Nora Laufer unter dem Titel „Was kostet Europa das Nichtstun in der Klimakrise?“ über die Folgen des Klimawandels „auf Produktivität, Gesundheit und Infrastruktur“. Sie zitiert dabei eine Studie der österreichischen Klimaökonomin Sigrid Stagl, die von den österreichischen Grünen in Auftrag gegeben worden ist.

Klimapolitische Untätigkeit sei ein wachsendes ökonomisches, fiskalisches und gesundheitliches Risiko für die Europäische Union, heißt es in der Analyse. Die wirtschaftlichen Kosten des Nichtstuns würden die Ausgaben für eine starke Klimapolitik um ein Vielfaches übersteigen, erklärte die Wissenschafterin.

Sigrid Stagl, 2024 Wissenschaftlerin des Jahres, geht die Auswirkungen der Klimaerhitzung v.a. auf das BIP, auf den Arbeitsmarkt und auf die Gesundheit im Detail durch:

Bei einer Erwärmung von 3 Grad Celsius im Vergleich zu vorindustriellen Werten drohen demnach Einbrüche des globalen BIPs von rund zehn Prozent. Für die EU bedeute das BIP-Verluste von bis zu sieben Prozent bis 2050 – kumulativ ergebe das Produktionsausfälle von über 5,6 Billionen Euro.

Steigende Ausgaben für Katastrophenschutz, Gesundheitskosten und den Wiederaufbau würden, gepaart mit sinkenden Steuereinnahmen infolge geringerer Wirtschaftsleistung, zu fiskalischen Risiken führen, […]

Bis 2040 wären innerhalb der EU zwischen zwei und fünf Millionen Jobs gefährdet – vor allem im Bereich der Landwirtschaft, im Bau und im Tourismus.

Hitzestress, Luftverschmutzung und klimabedingte Krankheiten würden zu sinkender Arbeitsproduktivität, erhöhten Krankheitsausfällen und zusätzlichen Todesfällen führen. Gerade in diesem Bereich seien Investitionen in die Prävention besonders effizient, sagt Stagl.

Ein Video zur Präsentation von Frau Stagl findet sich auf vienna.at.

Es ist kein Zufall

Ich denke, es ist kein Zufall, dass praktisch gleichzeitig solche Untersuchungen erscheinen. Wir befinden uns gesellschaftlich am Rand: die Kipppunkte des Klimawandels werden unmittelbar spürbar (Problem Waldbrände vom 20.10., Regenwälder kippen! vom 16.10., Klima-Kipp-Punkte werden schlagend vom 14.10. usw.), die direkten Folgen ebenfalls. Es ist nicht mehr viel Zeit.


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Klaus Jäger
Klaus Jäger
6 Monate alt

Wie viel Gewinn – nicht Umsatz – in US-Dollar wird seit 1970 im Durchschnitt pro Tag mit Öl und Gas gemacht? Antwort: Drei Milliarden Dollar Gewinn pro Tag wurden mit Öl und Gas erzielt, an 365 Tagen im Jahr, seit 50 Jahren (die Zahlen der Studie reichen von 1970 bis 2020). Das meiste davon entfällt auf die letzten 20 Jahre dieses Zeitraums, also die Zeit, in der die menschengemachte Erderwärmung längst als Faktum zu akzeptieren war. Kürzer: 1,03 Billionen Dollar Gewinn – nicht Umsatz! – im Jahr. Mehr als drei Viertel davon aus Öl-, der Rest aus Gasgeschäften. Diese Zahlen… Mehr »

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[…] stimmt: Wer für Klimaschutz ist, gehört zur großen Mehrheit. Mittlerweile ist nachgewiesen: Die „Klimakrise kostet Millionen. Oder Billionen, je nachdem“: Millionen an Menschenleben, Billionen an Euros. Seien wir den jungen (oder gar nicht mehr so […]

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[…] „Jede Phase, in der die Ziele überschritten werden, wird unweigerlich dramatische Folgen haben – mit dem Verlust von Menschenleben, entwurzelten Gemeinden und Rückschritten in der Entwicklung“, analysiert der UN-Generalsekretär. Ich habe das vor Kurzem, am 29.10., auch so ähnlich geschrieben: „Klimakrise kostet Millionen. Oder Billionen, je nachdem„. […]

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[…] Der Tiroler, ja der österreischische Tourismus schreckt auf: „Skigebiete vor Weihnachtssaison in Sorge“. Das vorweihnachtliche Geschäft mit dem Schilauf schmilzt dahin – im wahrsten Sinn des Wortes. Die Pisten, die schon vorbereitet waren, zerrinnen und müssen geschlossen werden. Und für Beschneiungen – die Standardlösung – ist es auch zu warm. Wir wissen es schon lang: „Klimakrise kostet Millionen. Oder Billionen, je nachdem“. […]

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