Sachbeschädigung ist noch geblieben
Die Staatsanwaltschaft Wien hat nun gegen 42 ehemalige Aktivist:innen der Letzten Generation Anklage erhoben. Es geht fast „nur“ mehr um schwere (oder einfache) Sachbeschädigung; der Vorwurf der Bildung einer kriminellen Vereinigung hat sich in Luft aufgelöst – dort gehört er auch hin, meine ich. In einem Fall liegt der Vorwurf einer „schweren Körperverletzung“ vor, weil ein Aktivist einen Polizisten zu Sturz gebracht habe. Und „Verletzungen von Polizisten im Dienst gelten stets als schwere Körperverletzung“ – das habe auch ich nicht gewusst; man lernt nie aus.
Ein Frühwarnsystem
Man könnte als Letzte Generation aber auch der Republik die Kosten eines Klimawandel-Frühwarnsystems in Rechnung stellen. Wenn es die LG nicht gegeben hätte, wüssten heute noch viel weniger Menschen etwas vom menschengemachten Klimawandel, von der Klimakrise und der sich anbahnenden Klimakatastrophe und von der Notwendigkeit des Klimaschutzes. Mittlerweile zeigen breite Untersuchungen – bei 130.000 Teilnehmer:innen aus 125 Ländern: 89% wünschen sich von ihren Regierungen mehr Einsatz gegen die Erderhitzung.
Mittlerweile stimmt: Wer für Klimaschutz ist, gehört zur großen Mehrheit. Mittlerweile ist nachgewiesen: Die „Klimakrise kostet Millionen. Oder Billionen, je nachdem“: Millionen an Menschenleben, Billionen an Euros. Seien wir den jungen (oder gar nicht mehr so jungen) Leuten doch dankbar, dass sie uns nachhaltig und gewaltfrei auf die Probleme aufmerksam gemacht haben.
Mein Beitrag
Der hält sich in Grenzen. Ich wäre gern dabei gewesen, zumindest am Anfang, und „dabei“ war ich oft. Zu mehr als zu einer Kontaktperson zwischen der LG und z.B. den Scientists for Future hat es aber nicht gereicht, denn ich bin gehbehindert und nur wenig mobil. Mit der Zeit sind mir die Straßenblockaden aber kontraproduktiv vorgekommen und ich habe dafür plädiert, die Strategie zu ändern – mit wenig Erfolg. Oder war ich damit nur ein bisschen zu früh?
Teile der Überlegungen und der Auseinandersetzungen kann man in vielen Beiträgen hier im Blog nachlesen.

> Und „Verletzungen von Polizisten im Dienst gelten stets als schwere Körperverletzung“ – > das habe auch ich nicht gewusst; man lernt nie aus. Das mit der schweren Körperverletzung gilt offenbar nicht nur für Polizisten, sondern für ALLE österreichischen Beamten, allerdings „nur“ quasi in der Arbeitszeit, wenn ichs richtig verstanden habe. Siehe § 84 StGB (2): „(2) Ebenso ist zu bestrafen, wer eine Körperverletzung (§ 83 Abs. 1 oder Abs. 2) an einem Beamten, Zeugen oder Sachverständigen während oder wegen der Vollziehung seiner Aufgaben oder der Erfüllung seiner Pflichten begeht.“ (Quelle: https://www.jusline.at/gesetz/stgb/paragraf/84 ) D.h. wenn ich das richtig verstehe, hättest… Mehr »
stimmt! ich war (bzw. bin) beamter! als pensionist halt nimmer im dienst.
ja: man lernt nie aus. in der direktorenfortbildung ist das nie thema gewesen 😉
„Mit der Zeit sind mir die Straßenblockaden aber kontraproduktiv vorgekommen“ Die Blockaden von LG waren meiner Meinung nach von Anfang an nicht nur kontraproduktiv für den Klimaschutz, sondern haben ihm sogar geschadet. Und zwar, weil sich diese Aktionen gegen genau jene Menschen richteten, bei denen Gruppen wie LG & Co. eigentlich schauen müßten, dass sie die auf IHRE Seite bringen, anstatt sie damit zu vergraulen, dass sie ihnen das Leben schwer zu machen. Außerdem habe ich mehrere Male wirklich versucht, mit Leuten von der LG sowie aus dem LG-Umfeld zu reden (u.a. auch ein paar Mal in Wien, wenn ich… Mehr »
Da stimm ich dir nicht ganz zu. Am Anfang waren die Straßenblockaden ein unüberhörbarer Weckruf; mit der Zeit sind sie erst kontraproduktiv geworden, speziell im Wahljahr; so seh ich das jedenfalls.
Manche andere Wahrnehmungen von dir kann ich gut teilen, manche nicht so sehr. Viele LG-Aktivist:innen waren sich in ihrem Agieren gar nicht so sicher.
[…] kann nicht viel Weiteres berichten: den Sachverhalt als solchen habe ich schon am 30.10.2025 unter „«Letzte Generation» vor Gericht“ […]