Veröffentlicht in Bildung, Politik

Kranke sollen nicht unterrichten

… und nicht Getränke servieren und nicht andere Kranke behandeln …

Corona ist offenbar (derzeit) „milder“ geworden; es sind auch mehr Menschen immun als letztes Jahr, und obwohl wir null Ahnung haben, wie viele Infektionen es gibt, sind die Krankenhäuser noch nicht überfüllt.

Die österreichische Bundesregierung hat beschlossen, dass corona-positive – also nachgewiesenermaßen erkrankte – Lehrerinnen und Lehrer, die symptomfrei sind, mit Maske unterrichten müssen. Das ist die beste Methode, auf baldige Schulschließungen hinzuarbeiten.

Es gibt Berufe, die viel mit körperlicher Nähe und kommunikativem Kontakt zu tun haben. In diesen Berufen sollen – bitte! – Menschen, die ein Virus mit sich herumtragen, nicht arbeiten gehen. Es mag Berufe geben, wo ein symptomfreier Mensch durchaus arbeiten kann und soll, klar. Schon gar, wenn er / sie will. Aber doch nicht Lehrer*innen, Ärzt*innen, Kellner*innen.

Die Bundesregierung kapituliert vor dem Virus. Das ist nicht gut. Polaschek und Konsorten sind auf dem Holzweg.


Wann wir denn eine Lehrerin, ein Lehrer „symptomfrei“ sein? Wenn es viel zu tun gibt. Wenn eh schon einige Kolleg*innen fehlen. Wenn noch dringende Prüfungen abzunehmen sind. Wenn der Chef, die Chefin ein bisschen Druck macht. Oder mehr Druck. Wenn es um die Vertragsverlängerung geht.

Und das ist nicht nur in der Schule so.

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m.b.
m.b.
3 Monate alt

Min. Polaschek: „Die Entscheidung ist zur Kenntnis zu nehmen“ (ZiB1)
Ja in welchem Jahrhundert lebt der Mann? Das 21. ist es nicht.