michael bürkle

texte … zu bildung, politik und ähnlichem und die einladung zur diskussion …

Michael Bürkle

Die Reparaturgesellschaft

Reparaturen, die immer teurer werden

Man kennt es von vielerlei Geräten: nach einigen Jahren häufen sich Reparaturen und verursachen immer mehr Kosten. Der Lebenszyklus des Geräts geht zu Ende; der Kauf eines neuen kündigt sich an.

So geht uns das auch mit unserer Biosphäre. Oder mit unserem Klima. Oder mit unserer Wirtschaftspolitik. Wir müssen immer mehr reparieren. Vorgestern waren es die Tricks der Stadt Innsbruck, wie sie mit einem immer heißer werdenden Stadtklima umgehen will. Heute verlangen Expert:innen von der Politik einen Dürremanagementplan für ganz Österreich. Auch so etwas, was auf Reparaturen zielt, statt das Problem an sich – den menschengemachten Klimawandel – anzugehen. Wir befinden uns im Reparaturmodus.

Ja, wir haben nach einem niederschlagsarmen Winter ein „historisch trockenes“ Frühjahr hinter uns und in einer Hitzewelle sind wir mitten drin. Das für den Klimaschutz verantwortliche Land­wirtschafts­­ministerium vermeldet:

Punkto Wasser­management ändert sich durch den Klima­wandel auch im lange Zeit als extrem wasserreich geltenden Österreich einiges.

Das Landwirtschaft­s­ministerium müsste es wissen; es sollte an sich auch die Ursachen kennen, aber schon bei der Ursachen­­bekämpfung versagt es täglich kläglich. Jetzt muss man sich auf multiple „Reparaturen“ einstellen. Wir haben mit den gestiegenen Temperaturen eine steigende Verdunstung, die Grundwasser­­stände und Fluss­pegel zurückgehen lässt. Es gibt „Sorgen um die Grundwasserneubildung“, wir haben „ein sich eher schleichend einstellendes Problem mit Dürren“, „würde sich die Trockenheit weiter fortsetzen, könnte es zu größeren Belastungen für die Umwelt und die menschliche Gesundheit kommen“. „Auch stärkere Sommerniederschläge könnten nun die Grundwasserbildung kaum ankurbeln, da eben die höhere Verdunstung verhindert, dass genug Wasser in tiefere Bodenschichten vordringt. «Wir befinden uns in einer Situation, in der unter normalen Bedingungen keine ausreichende Grund­wasser­neubildung mehr stattfindet»“, so der Umweltstatistiker Gregor Laaha von der BoKu Wien.

Keine Lösung, aber …

Ein „Dürremanagementplan“ wird die Probleme nicht lösen, sondern allenfalls Strategien zeigen, wie wir mit der Dürre umgehen können. Das ist schon auch wichtig. „Die Probleme“ sind aber letztlich nur eines: der menschengemachte Klimawandel. Wir müssen neben Dürremanagement und ähnlichen Reparaturen auch die Ursachen bekämpfen: die liegen nicht so sehr in der Biosphäre oder im Klima, sondern in unserer Wirtschaftspolitik. Der Verbrennungsmotor muss aus Verkehr, Industrie und Landwirtschaft weg; die industrielle Tierhaltung, die ebenfalls horrende Mengen an Treibhausgasen erzeugt, muss in kleine, biologisch arbeitende Einheiten aufgelöst werden. Das alles europäisch! Bzw. global.

Beim Verbrennungsmotor sind wir im Verkehr schon relativ weit und in der Energie­erzeugung auch. Industrie und Landwirtschaft arbeiten noch mit Diesel u.ä. Da gibt es Handlungsbedarf. Die industrielle Tierhaltung ist inhuman und umweltschädlich; sie aufzulösen ist wichtig. Ja, da wird Fleisch teurer, so teuer, wie es an sich sein müsste. (Mich würde das nicht wirklich betreffen: ich esse sehr selten Fleisch.)

Subscribe
Benachrichtige mich bei
guest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

0 Kommentare
ältesten
neuesten am meisten bewertet
0
Would love your thoughts, please comment.x