michael bürkle

texte … zu bildung, politik und ähnlichem und die einladung zur diskussion …

Michael Bürkle

Innsbruck: „mehr kühle Oasen“

Maßnahmen gegen den Klimawandel
bzw. gegen seine Auswirkungen

Die Grünen, die in Innsbruck lange den Bürgermeister gestellt haben und auch heute noch im Stadtsenat stark vertreten sind, planen für Innsbruck „mehr grüne Oasen“ gegen die Auswirkungen des Klimawandels.

Für mich ist das zunächst zweischneidig. Natürlich ist der menschengemachte Klimawandel eine Gefahr für die natürliche Umgebung und bringt Gefahren für die Gesundheit von Bürger:innen – von ganz jungen bis zu den älteren und alten. Trotzdem klingt das für mich eigentlich nach einer Kapitulation: „Wir können eh nix gegen den Klimawandel machen. Also mildern wir wenigstens seine Folgen“.

Man könnte das gedanklich so lösen: gegen den Klimawandel an sich braucht es volkswirtschaftliche Lösungen im Idealfall für ganze Kontinente, also z.B. ein Verbrennerverbot in der gesamten EU: im Verkehr, in der industriellen und in der landwirtschaftlichen Produktion. Gegen die Auswirkungen des Klimawandels kann & muss man auch in kleineren Gebieten, also in Gemeinden und Städten, etwas tun.

Auf beiden Ebenen braucht es die Bürger:innen, die sich beteiligen: die das richtige wählen (bzw. jedenfalls nicht das falsche) und das richtige tun (das Verbrennerauto außer Dienst stellen, weniger Fleisch essen etc.).

Wie sieht das in Innsbruck aus?

Federführend ist hier die Grüne Stadträtin Janine Bex, Sprecherin für Klima und Stadtentwicklung.

Entsiegelung, Begrünung

„Mit Projekten zur Entsiegelung und Begrünung sollen öffentliche Räume lebenswerter und klimafitter gestaltet werden“. Ja, klar: wir müssen im städtischen Bereich entsiegeln – also weg von Beton und Asphalt, hin zu Grasböden mit Baumbewuchs, in Parks, aber auch auf Parkplätzen für Autos. Das würde CO2 schlucken und binden, Schatten spenden und die Sonnenrückstrahlung eindämmen.

Der „neue“ Bozner Platz im Zentrum hat da gute Ansätze, aber immer noch zu viel Versiegelung des Bodens. „Der Anteil an unversiegelten Flächen wird insgesamt um 43 Prozent erhöht.“ Naja: „43%“ sagt wenig: wenn das davor 10 qm gewesen wären, wären es danach 14,3 qm. Aus 100 qm wären 143 qm geworden. Naja: das sollte womöglich viel schneller gehen.

Aber der Platz arbeitet zum Teil nach dem Schwammstadt-System, das Niederschläge nicht sofort in ein Kanalsystem ableitet, sondern in schottrigem Untergrund vor Ort hält, sodass sich die Bäume daran bedienen können.

Inn-„Oasen“

Außerdem hat Innsbruck ja noch den Inn. Man versucht „Inn-Oasen“ zu bilden, die „den Bürgerinnen und Bürgern in den Sommermonaten kühle Aufenthaltsorte am Wasser“ bereit halten. Es soll geradezu ein Netz an solchen „Oasen“ entstehen. Ich werde sie mir ansehen. Bin gespannt, wie viel „Business“ in diesen Oasen dominieren wird. Möglichst wenig, hoffe ich.

Grünflächen von Schulen verwenden

Last not least nennt der ORF-Artikel noch die Idee, Grünflächen von Schulen für die Allgemeinheit zu verwenden – wenn nicht gerade Schulbetrieb ist. Nun ist in Ganztagsschulen, die immer häufiger werden sollen, eben den ganzen Tag Schule; und schulische Grünflächen sind sehr oft Sportplätze. Da wird man sich mit der Schaffung von Schatten unter Umständen schwer tun.

Auch eine Maßnahme gegen den Klimawandel

Die steht jetzt nicht im ORF-Artikel … passt vielleicht nicht zum Thema …

Innsbruck könnte Strom produzieren, viel Strom. Mit Photovoltaik auf städtischen Dächern und mit Energiespeichern, die auch privaten PV-Besitzer:innen günstige Speicher-Tarife anbieten. Den Energieversorger dazu gäbe es schon: die „Innsbrucker Kommunalbetriebe“ (IKB); es gibt sogar die „IKB Sonnenstrom GmbH“, die jedenfalls Informationen anbietet. Aber ich denke, das müsste noch ausbaubar sein.

Warum ist Sonnenstrom eine Maßnahme gegen den Klimawandel? Weil man damit Verbrennermotoren ersetzen und also Treibhausgase vermeiden kann.

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[…] Wir müssen immer mehr reparieren. Vorgestern waren es die Tricks der Stadt Innsbruck, wie sie mit einem immer heißer werdenden Stadtklima umgehen will. Heute verlangen Expert:innen von der Politik einen Dürremanagementplan für ganz Österreich. […]

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